Textura: neue Inhaltskarten

AugustusLudwigFür das von Ronald Hild und mir gemeinsam entwickelte Spiel „Textura“ bieten wir hier Inhaltskarten für zwei weiteren Epochen, zur antiken römischen Geschichte sowie zur Herrschaft Ludwigs XIV. unter CC BY SA-Lizenz zum Download an.

Alle Bilder sind – soweit nicht anders angegeben – Public Domain aus den Wikimedia Commons.

Konzept und Anleitung des Spiels finden sich im Originalbeitrag. Dort können auch die epochenunabhängigen Verknüpfungskarten heruntergeladen werden.

 

 

Advertisements

Brettspiel: Das Römische Reich in der Krise

Bild Reichskrise„Reichskrise – Rettet das Römische Reich!“ so lautet der etwas möchtegern-reißerische Titel des Brettspiels, das ich als Unterrichtsmaterial hier zum Download anbieten möchte. Das Spiel ist eine Eigenentwicklung und mittlerweile in etlichen Spielrunden getestet. Thematisch wird die spätantike Krise des Römischen Reichs und die sogenannte „Völkerwanderung“ in den Blick genommen. Die bis zu 4 Spielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rolle eines Kaisers, verwalten ein Teilreich und verteidigen gemeinsam das Römische Reich. Allerdings kann sich jeder Spieler auch heimlich das Spielziel setzen, selbst Alleinherrscher im Reich zu werden.

Der Spielplan besteht aus einer Karte des Römisches Reichs im 3. Jahrhundert nach Christus. Das Reich ist unterteilt in vier Teilreiche mit jeweils einem Kaiser. Insgesamt gibt es beim Start im ganzen Reich 28 Legionen, die allerdings ebenso wie die Einnahmen historisch ungleich verteilt sind.

Es geht nicht um ein exaktes Nachspielen von Ereignissen, sondern das Spiel verdichtet verschiedene Ereignisse und Entwicklungen der römischen Spätantike in zehn Spielrunden. Man in diesem Spiel sicher etwas lernen, aber keine Jahreszahlen oder Herrschernamen. Das Spiel kann aber einen Eindruck von den Problemen und Handlungsmöglichkeiten der spätantiken Kaiser vermitteln.

Die Spieldauer beträgt ca. 90 Minuten. Das Spiel eignet sich also für eine Doppelstunde. für einen sinnvollen Einsatz in der Schule sind allerdings mindestens 4 Unterrichtsstunden notwendig. Die Anleitung sollte vor Spielbeginn im Überblick bekannt sein. Im Unterricht kann es sowohl zur Auflockerung vor den Ferien wie auch innerhalb einer Reihe zur römischen Geschichte eingesetzt werden. Eine Nachbesprechung ist in jedem Fall sinnvoll, um zu klären, welche Probleme das römische Reich ausgesetzt war, welche Handlungsoptionen die Kaiser hatte und wie sich diese im Spiel auf den Verlauf ausgewirkt haben. Anschließend kann die angebotene Geschichtserzählung des Spiels z.B. mit der Darstellung im Schulbuch verglichen werden.

Spielplan ReichkriseAbgesehen von einigen zusätzlichen Spielmaterialien, die aber aus gängigen Brettspielen von zuhause selbst ergänzt werden können, stelle ich hier alle Materialien für das Spiel zum Runterladen und Ausdrucken zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass die Materialien auch mehrfach ausgedruckt werden können, so dass alle Schülerinnen und Schüler im Klassenraum in mehreren Kleingruppen spielen können.

Eventuell können die Lernenden in einer vorbereitenden Stunde bereits die Anleitung lesen und die Materialien auseinanderschneiden. Beim Ausdrucken des Spielplans sollte dieser auf Din A2 vergrößert werden. Dies geht im Acrobat Reader oder anderen PDF-Programmen: Unter „Drucken“ im Bereich „Seite anpassen und Optionen“ das Format „Poster“ wählen und den Ausdruck der Datei auf vier Seiten vergrößern. Die Blätter können festgeklebt oder auch nur aneinander gelegt werden. Es ist zudem hilfreich, die Ereignis- und Aktionskarten auf verschieden farbiges Papier zu drucken, damit sie beim Aufbau des Spiels einfach auseinandergehalten werden können.

Falls jemand das Spiel in der Schule einsetzen sollte, würde ich mich sehr über eine Rückmeldung freuen. In dem Spiel stecken mehrere Monate Arbeit, nichtsdestotrotz gibt es sicherlich noch einiges, was sich verbessern lässt.

Spielmaterialien:

 

Die Spielmaterialien sende ich auf Anfrage auch gerne als veränderbare Word-Dokumente zu.

Credits: Die Grundlage für die Karte des Spielplans findet sich in den Commons der Wikipedia und ist unter CC BY SA-Lizenz erstellt worden von: Roman_Empire_map.svg: Ssolbergj, en:User:Andrei nacu, die Überarbeitung dieser Grundkarte ist erfolgt durch: Cjcaesar.

Was bieten Geschichtsapps (nicht)?

Titelbild CaracallaEine Geschichtsapp: Spiegel-Online berichtete darüber, mein Interesse war geweckt. Die App des Limesmuseums Aalen zur Sonderausstellung „Caracalla – Kaiser-Tyrann-Feldherr“ ist schön aufgemacht. Die Geschichte des Kaisers wird entlang einer Zeitleiste in bunten Comic-Bildern erzählt, die grafisch an eine Mischung aus den Serien Asterix und Alix erinnern. Caracalla in AalenNach einmaligen Durchklicken war mir die App allerdings bereits langweilig geworden. Was kann ich hier machen: In chronologischer Reihung kann ich mich durch die Texte klicken, zum Nachlesen auch noch einmal zurückgehen. Auf vielen Seiten sind kleine Info-Button angebracht, über die ich vertiefende, zusätzliche Informationen und Zitate abrufen kann. (Natürlich sind die Inhalte eine Auswahl, trotzdem ist es wenig verständlich, warum die Ausdehnung des römischen Bürgerrechts 212 unerwähnt bleibt – Danke an chopina04, der auf Twitter darauf hingewiesen hat).

Die Texte sind knapp und verständlich geschrieben, aber die App bildet genau das ab, was ich auch in ein kleines Begleitheft für Kinder zur Ausstellung hätte packen können: Nur sind die Inhalte hier anders angeordnet, die zusätzlichen Infokästen sind nur anklick- und nicht direkt sichtbar. Insgesamt bleibt die App der Logik einer Printveröffentlichung verhaftet und nutzt nicht die Möglichkeiten, die mobile Endgeräte bieten.

Damit ist sie allerdings keineswegs allein. Das niederländische Portal ipadinklas hat eine Übersicht von Geschichtsapps für iOS zusammengestellt. Auf AppSchnitte findet man eine Übersicht von aktuell Museums- und Ausstellungsapps für iOS und Android. Schaut man sich andere Geschichts- und Museumsapps an, dann findet man überwiegend denselben Ansatz und Aufbau: Es werden Texte und Bilder bereitgestellt, aber kaum Interaktion des Nutzers ermöglicht. Die zahlreichen Werkzeuge mobiler Endgeräte bleiben unberücksichtigt. Auch Prinzipien des Game Based Learning finden sich nicht.

Hier bietet sich für die Entwicklung von Geschichts- und Museumsapps noch ein Potential, den Nutzer stärker zu involvieren durch die Nutzung der Foto- und GPS-Funktion, der Möglichkeit, des Austauschs und der Kollaboration mit anderen App-Nutzern, über Spielelemente mit Punktevergabe und „Bestenliste“ u.v.a.m.

Kolosseum: Gladiatoren im alten Rom

Kolosseum ist ein spannend gemachter und gut erzählter Film der BBC zum Leben der Gladiatoren. Der Film lässt sich hervorragend im Unterricht einsetzen, aufgrund der Kampf- und Tötungszenen wohl eher ab Klasse 7 aufwärts.  Der Film bietet mit dem Vergleich zu den heutigen Spitzensportlern  auch einen interessanten Ansatzpunkt zur Diskussion mit den Schülern.

Besonders gelungen scheint mir die Verknüpfung der individuellen Lebensgeschichte eines Gladiators, an auf Quellen basiert aber spannend erzählt und in der Form an bekannten Historienfilmen orientiert ist, mit Hintergrundinformationen durch einen Erzähler.

Dabei wird ein differenziertes Panorama der Gladiatoren sowie des Alltagslebens in Rom gezeichnet, das auch einige gängige Fehlvorstellungen korrigiert, wie z.B. dass die Gladiatorenkämpfe erst mit dem Tod eines Kämpfers endeten.

Die Bilder und Computeranimationen sind ebenso anschaulich wie eindrucksvoll. Mit 50 Minuten Spielzeit passt er nicht ganz in eine Schulstunde, sehr gut aber mit Zeit für eine anschließende Besprechung in eine Doppelstunde.

Ausflugstipp: Archäologiepark Martberg

Haupttempel: Rekonstruktion eines der Gottheit Lenus-Mars gewidmeten, gallo-römischen Umgangstempels aus dem 3. Jh. n. Chr.

Der Beitrag liegt nicht völlig, aber doch schon am Rand der in diesem Blog behandelten Themen. Ich muss aber zugeben, dass mich der Ort sehr beeindruckt hat und ich das gerne weitergeben möchte. Wer also irgendwo zwischen Köln, Aachen, Trier und Mainz wohnt, findet hier vielleicht einen Ausflugstipp für eines der kommenden langen Wochenenden. Also passt der Beitrag so kurz vor Pfingsten eigentlich ganz gut.

Innenansicht des rekonstruierten Tempels mit anderen Fundorten „nachempfundenen“ Wandmalereien

Der „Archäologie-Park“ liegt oberhalb der Moselorte Pommern und Treis-Karden, wo sich im letzteren auch ein Museum mit Fundstücken von den Ausgrabungen auf der Anlage befindet. Oben auf dem Berg sind kaum Objekte ausgestellt, dafür gibt es seit 2006 dort die (Teil-) Rekonstruktion einer keltisch-römischen Tempelanlage sowie eines keltischen Wohnhauses zu sehen. Das Heiligtum fußt auf einer keltischen Anlage, die in der Mitte eines oppidums der Treverer lag, das sich dort seit ca. 100 v. Chr. befand. Während sich die Siedlung im 1. Jahrhundert n.C. an den Fuß des Berges unten an die Mosel verlagerte (Cardena, das heutige Karden), wurde das Heiligtum weiter genutzt. Aufgegeben wurde der Tempel in der Mitte des 5. Jahrhunderts. Bis letztes Jahr fanden vor Ort auch noch Grabungen statt.

Mehr noch als die rekonstruierten Gebäude haben mich Lage und Umgebung begeistert. Wir haben bei einem Ausflug vor ein paar Wochen gute 1,5 Stunden  oben im Gelände verbracht. In der Zeit waren an diesem wirklich schönen Sonntag neben uns nur 4-5 weitere Besucher vor Ort. Es war also nicht besonders schwer diese menschenleeren Fotos zu machen.

Rekonstruktion eines keltischen Wohnhauses in Fachwerkbauweise

Der Jahresbericht des Fördervereins führt für 2011 „hohe Gästezahlen 8über 2000)“ auf. Ich denke, der Ort verdient mehr Besucher (nicht zuletzt auch wegen des leckeren, selbst gemachten Kuchens in dem kleinen Café! ;)) und er kann auch noch deutlich mehr Besucher vertragen, ohne den Charme seiner Abgeschiedenheit zu verlieren.

Grundrisse eines weiteren gallo-römischen Umgangstempels und Teilrekonstruktion der Außenmauer der Anlage

Blick ins Moseltal vom Aussichtspunkt Fahrlei

Oben auf dem Plateau stören nur die Strommasten die Idylle. Diese sollen in den nächsten Jahren zurückgebaut und durch Bodenleitungen ersetzt werden. Zu erreichen ist die Anlage nur zu Fuß. Allerdings ist von der Mosel an den Wochenenden neuerdigns auch ein kleines Shuttle eingerichtet.

Für Schulen ist der Martberg sicher auch im Hinblick auf Exkursionen, Wander- oder Projekttage interessant. Für Klassen gibt es ein ganztägiges Programm, das u.a. auch ein römisches Mittagessen umfasst und pro Schüler allerdings auch 16€ kostet.

Weitere Infos zur Anlage, Öffnungszeiten etc. finden sich auf der Homepage.

Wer gerne Geocachen geht, kann sich dem Archäologiepark auch mit einem schön gemachten Multi-Cache nähern und so zugleich noch ein bisschen über die Umgebung erkunden.

Keramikbrennofen und Rekonstruktion eines keltischen Speichergebäudes aus dem 1. Jh. v. Chr.

OmnesViae: Römischer Routenplaner

„OmnesViae.org bietet eine Rekonstruktion der Peutingerschen Tafel (PT), umgesetzt mit aktuellen Technologien. Die Peutingersche Tafel ist eine mittelalterliche Kopie einer römischen Straßenkarte ungefähr aus dem Jahr 300 n. Chr.“

OmnesViae ist ein engagiertes Ein-Mann-Projekt, das sich auch für den Einsatz in der Schule eignet, z.B. um auf die Ausdehnung, die Entfernungen, Städte und das Straßennetz des Römischen Reiches zu thematisieren. Dank dieser im Google Maps-Stil umgesetzten Karte gewinnt das Thema deutlich an Anschaulichkeit. So können die Schülerinnen und Schüler auch selbst Reiserouten und Entfernungen recherchieren. Dabei können dann gleich römische Zahlen und ggf. Maßeinheiten thematisiert werden.

Die Seite ist in mehreren Sprachen verfügbar. Neben Deutsch auch auf Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch und Niederländisch.

Arminius vs. Varus

Dossier zur Varusschlacht auf dem Internetportal Westfälische Geschichte (Hinweis via Archivalia). Die relevanten Quellenauszüge sind dort auch online in Original und Übersetzung veröffentlicht. Darüberhinaus bietet das Dossier eine Zeitleiste, einen Überblick über die Literatur zum Thema sowie Einblick in den geschichtskulturellen Niederschlag der Schlacht, u.a. mit interessanten Kapiteln über den Film „Hermannschlacht“ von 1924 und zum „Varus-Jahr“ 2009.

Für weitere Online-Materialien zum Thema siehe auch hier.