Ausflugstipp: Archäologiepark Martberg

Haupttempel: Rekonstruktion eines der Gottheit Lenus-Mars gewidmeten, gallo-römischen Umgangstempels aus dem 3. Jh. n. Chr.

Der Beitrag liegt nicht völlig, aber doch schon am Rand der in diesem Blog behandelten Themen. Ich muss aber zugeben, dass mich der Ort sehr beeindruckt hat und ich das gerne weitergeben möchte. Wer also irgendwo zwischen Köln, Aachen, Trier und Mainz wohnt, findet hier vielleicht einen Ausflugstipp für eines der kommenden langen Wochenenden. Also passt der Beitrag so kurz vor Pfingsten eigentlich ganz gut.

Innenansicht des rekonstruierten Tempels mit anderen Fundorten „nachempfundenen“ Wandmalereien

Der „Archäologie-Park“ liegt oberhalb der Moselorte Pommern und Treis-Karden, wo sich im letzteren auch ein Museum mit Fundstücken von den Ausgrabungen auf der Anlage befindet. Oben auf dem Berg sind kaum Objekte ausgestellt, dafür gibt es seit 2006 dort die (Teil-) Rekonstruktion einer keltisch-römischen Tempelanlage sowie eines keltischen Wohnhauses zu sehen. Das Heiligtum fußt auf einer keltischen Anlage, die in der Mitte eines oppidums der Treverer lag, das sich dort seit ca. 100 v. Chr. befand. Während sich die Siedlung im 1. Jahrhundert n.C. an den Fuß des Berges unten an die Mosel verlagerte (Cardena, das heutige Karden), wurde das Heiligtum weiter genutzt. Aufgegeben wurde der Tempel in der Mitte des 5. Jahrhunderts. Bis letztes Jahr fanden vor Ort auch noch Grabungen statt.

Mehr noch als die rekonstruierten Gebäude haben mich Lage und Umgebung begeistert. Wir haben bei einem Ausflug vor ein paar Wochen gute 1,5 Stunden  oben im Gelände verbracht. In der Zeit waren an diesem wirklich schönen Sonntag neben uns nur 4-5 weitere Besucher vor Ort. Es war also nicht besonders schwer diese menschenleeren Fotos zu machen.

Rekonstruktion eines keltischen Wohnhauses in Fachwerkbauweise

Der Jahresbericht des Fördervereins führt für 2011 „hohe Gästezahlen 8über 2000)“ auf. Ich denke, der Ort verdient mehr Besucher (nicht zuletzt auch wegen des leckeren, selbst gemachten Kuchens in dem kleinen Café! ;)) und er kann auch noch deutlich mehr Besucher vertragen, ohne den Charme seiner Abgeschiedenheit zu verlieren.

Grundrisse eines weiteren gallo-römischen Umgangstempels und Teilrekonstruktion der Außenmauer der Anlage

Blick ins Moseltal vom Aussichtspunkt Fahrlei

Oben auf dem Plateau stören nur die Strommasten die Idylle. Diese sollen in den nächsten Jahren zurückgebaut und durch Bodenleitungen ersetzt werden. Zu erreichen ist die Anlage nur zu Fuß. Allerdings ist von der Mosel an den Wochenenden neuerdigns auch ein kleines Shuttle eingerichtet.

Für Schulen ist der Martberg sicher auch im Hinblick auf Exkursionen, Wander- oder Projekttage interessant. Für Klassen gibt es ein ganztägiges Programm, das u.a. auch ein römisches Mittagessen umfasst und pro Schüler allerdings auch 16€ kostet.

Weitere Infos zur Anlage, Öffnungszeiten etc. finden sich auf der Homepage.

Wer gerne Geocachen geht, kann sich dem Archäologiepark auch mit einem schön gemachten Multi-Cache nähern und so zugleich noch ein bisschen über die Umgebung erkunden.

Keramikbrennofen und Rekonstruktion eines keltischen Speichergebäudes aus dem 1. Jh. v. Chr.

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