Arbeitsblatt: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

ab embr 1789Anbei ein kleines Arbeitsblatt zur Ikonografie der Menschen- und Bürgerrechte: Grundlage ist das bekannte Gemälde von Le Barbier, das auch in vielen Schulbüchern abgedruckt ist. Das Arbeitsblatt ist mit einer Bildannotationsaufgabe in den learningapps verknüpft, die zunächst den Schülerinnen und Schüler helfen soll, die zentralen Bildelemente richtig zu identifzieren. Das Arbeitsblatt bietet in einer Liste eine Deutungshilfe für die einzelnen Elemente an, deren Beziehungen zueinander zu klären ist, um auf dieser Grundlage eine Gesamtaussage zu formulieren.

Das Arbeitsblatt steht hier als veränderliches Word-Docx oder als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung.

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Copy & Play: Spielentwicklung für den Anfangsunterricht

Nach der Arbeit an Textura entwickeln Ron Hild und ich gerade eine kleine Spielereihe, die wieder explizit für den Geschichtsunterricht und da insbesondere für die ersten beiden Jahre des Fachunterrichts in der Sekundarstufe I gedacht ist. In drei der Spiele stecken auch schon fast zwei Jahre Entwicklungsarbeit.

Geplant sind fünf Spiele, die aufeinander aufbauen, aber auch getrennt voneinander gespielt werden können und den Zeitraum von der Altsteinzeit bis zu Römischen Kaiserzeit abdecken. Konzeptionell basieren alle Spiele auf folgenden Überlegungen:

  • Alle Spiele werden als „Copy & Play“ als Kopiervorlagen bereitgestellt. Sie sind somit für jede Klassengröße leicht adaptierbar.
  • Anleitung und Spielmaterial zusammen umfassen maximal 5 gedruckte Seiten.
  • Ergänzende Mateialien sind nur leicht verfügbare 6seitige Würfel oder einfache Spielfiguren.
  • Die Spiele sollen in 90 Minuten inklusive Regelerklärung und Nachbesprechung vollständig spielbar sein.
  • Die Inhalte sind an „Standard“-Themen orientiert, die in vielen Lehrplänen der Sek I stehen:
    • Leben in der Altsteinzeit
    • Vergleich des Lebens in der Alt- und Jungsteinzeit
    • Bedeutung des Nils, Gesellschaftsordnung und Staatsorganisation im Alten Ägypten
    • griechische Kolonisation
    • Provinzverwaltung und Romanisierung
  • Jedes Spiel kann ergänzend oder anstelle von zwei bis drei Seiten eines Schulbuchs im Unterricht eingesetzt werden. Damit sind die Spiele nicht nur zur Wiederholung und Vertiefung geeignet, können auch zum Einstieg oder zur Erarbeitung eines neuen Themas dienen.
  • Bei der Konzeption der Spiele gehen wir davon aus, dass sie in der Regel im Unterricht nur 1x gespielt werden. Die verschiedenen Gruppen innerhalb der Klasse können ihre Vorgehensweise und Erfahrungen aber anschließend vergleichen und daraus Erkenntnisse gewinnen.
  • Die Spiele sind so angelegt, dass sie interaktive und dynamische Modelle historischer Prozesse bieten, die das „Spielen“ mit unterschiedlichen Variablen ermöglicht. Unter anderem weil die Spiele für die Zielgruppe stark vereinfacht sind und nicht mit exakten Werten z.B. bei Maßeinheiten und Währungen arbeiten, handelt es sich nicht um Simulationen im engeren Sinn. Sie bieten aber neben dem spielerischen Zugang zu historischen Themen grundlegende Erkenntnismöglichkeiten, was die Bedeutung einzelner Faktoren und die Zusammenhänge von verschiedenen Elementen. Diese werden durch das Spiel anschaulich und verständlich. Hier sehen wir einen wesentlichen „Mehrwert“ der Arbeit mit Spielen gegenüber z.B. der Erarbeitung durch Texte.

Wir sind sehr froh, dass wir für das Konzept bereits einen Verlag haben finden können, der plant, die Spiele Ende des Jahres herauszubringen. Das hat den Vorteil der Qualitätssicherung durch die redaktionelle Betreuung sowie überhaupt erst die Veröffentlichung, da neben den selbst gestalteten Spielelementen auch eine Reihen von Grafiken und Illustrationen notwendig sind, bei denen wir für die Prototypen Platzhalter eingesetzt haben, die wir aber in dieser Form nicht veröffentlichen könnten. Hier ist eine fachlich korrekte und professionelle Gestaltung notwendig.

Wir suchen nun noch Kolleginnen und Kollegen, die einen oder mehrere Prototypen bis spätestens Ostern mit ihren Klassen je nach Bundesland in Jahrgangsstufe 5-7 testen und uns eine Rückmeldung geben können. Bei Interesse würden wir uns über eine kurze Mail an unsere gemeinsame Textura-Mailadresse freuen:

info@textura-spiel.de

 

„Jüdische Erinnerung bewahren – Geschichte zum Leben erwecken“

So lautet das (deutsche) Motto von Centropa. Um dies vorweg zu sagen: Dies ist ein kleiner Beitrag, mit dem ich auf die Angebote von Centropa aufmerksam machen möchte – also quasi Werbung, aber einzig aus zwei Gründen: weil Centropa für den Unterricht sehr gute Lehr- und Lernmaterialien bereitstellt und offenkundig viel zu wenig Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland dieses Angebot bisher kennen.

Anfang der Woche war ich auf der Fachtagung „Jüdisches Erbe“ und habe in einem Workshop versucht, einen Überblick über Online-Angebote zur jüdischen Geschichte und Kultur zu geben. Dabei habe ich auch Centropa kurz vorgestellt und war überrascht, dass keiner der Teilnehmenden Centropa kannte, obwohl auf der Fachtagung fächerübergreifend Lehrerinnen und Lehrer waren, die bereits engagiert, jüdische Geschichte und Kultur in Projekten und Unterricht aufgreifen.

Herzstück der Arbeit von Centropa sind zum einen Vernetzungsangebote für Lehrende und Lernende durch (Wander-) Ausstellungen, Seminare und Workshops – aktuell auch in dem Trans.History-Projekt mit einem besonderen Fokus auf der Ukraine und der Republik Moldau. Zum anderen finden sich online zahlreiche Videos, die aus Interviews mit Shoa-Überlebenden entstanden sind. Dabei hat Centropa einen ganz eigenen Stil entwickelt, diese Lebensgeschichten visuell zu erzählen, den ich für sehr ansprechend und auch für den Einsatz im Unterricht besonders geeignet halte. Zu vielen Filmen und Lebengeschichten gibt es auch für den Unterrichtseinsatz aufbereiteten Ideen und Lehrmaterialien.

Als Beispiel soll der Film „Rückkehr nach Rivne“ dienen, der die Geschichte von zwei jüdischen Mädchen im heute im ukrainischen Rivne erzählt, wie sie in einem Versteck den Holocaust und den Krieg überlebt haben:

Eine Version des Films mit deutschen Untertiteln findet sich auf den Projektseiten von Trans.History. Für den Geschichtsunterricht in Deutschland kann der Film zum Beispiele als ein Einstieg dienen, der einerseits konkret und anschaulich ist, zugleich aber zahlreiche Fragen und Anknüpfungspunkte zum Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust aufwirft, mit denen im Anschluss weitergearbeitet werden kann.

Zudem – und auch das scheint mir ein guter Grund, mit diesen Videos im Unterricht zu arbeiten – wird die Geschichte der Menschen in den Filmen von Centropa als Lebensgeschichte erzählt und nicht auf den Holocaust reduziert. Da zahlreiche Filme und Fotos verfügbar sind, die Lebensgeschichten in einer Datenbank über Namen, Orte sowie Schlagwörtern suchbar sind, können regionale Bezüge hergestellt werden und das große Angebot eignet sich in besonderem Maße für differenzierende Zugänge mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten oder offenen Formen von Projektunterricht.

Spiele zum Geschichtslernen selbst basteln: Textura Blankokarten

BlankoKarten4erZum Spiel „Textura“ haben wir auf der Homepage des Spiels nun Blankokarten zum Download bereitsgestellt. Diese sind als PDF-Datei verfügbar, können ausgedruckt, bemalt, beklebt oder einfach beschriftet werden. Es ist sowohl möglich, damit die Sets der „Special Edition“ zu ergänzen wie auch ganz eigene Sets passend zum Unterricht zu erstellen:

https://textura-spiel.de/2018/09/blankokarten/

Handreichung zur Special Edition von Textura

cover-handreichung-textura.jpgWir haben die Handreichung zum Spiel vorab online gestellt.

Für die meisten Spielvarianten benötigt man drei Spielende, die maximale Gruppengröße liegt in der Regel bei sechs Personen.

Wer sich mal anschauen möchte, wie das Spiel funktioniert und wie es im Unterricht eingesetzt werden kann, ist herzlich eingeladen, mal einen Blick reinzuwerfen. Wir freuen uns über Rückmeldungen!

https://textura-spiel.de/2018/08/handreichung/

Hinweis: Vorbestellung der „Textura Special Edition“ zur deutsch-polnischen Geschichte

Zum Schulstart in Rheinland-Pfalz noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Für unser Spielprojekt zur deutsch-polnischen Geschichte, die „Special Edition“ von Textura, haben wir eine Website aufgesetzt:

https://textura-spiel.de/

Dort finden sich u.a. Informationen zum Spielprinzip und den Projektpartnern. Darüber hinaus gibt es für Schulen und andere Bildungseinrichtungen in Deutschland und Polen auch eine Vorbestellmöglichkeit für das Spiel. Wenn ab jetzt alles glatt läuft, können wir die Spiele voraussichtlich Mitte Oktober verschicken.

 

Ein Blick in die Textura-Werkstatt… (Teil 1)

Nachdem vergangene Woche die ersten drei Kartensets an interessierte Schulen zum Testen verschickt wurden und die polnische Redaktion der Deutschen Welle über unser Projekt berichtet hat, ist ein bisschen Luft, in der ich eine kleine Beitragsserie schreiben möchte, die einen Blick hinter die Kulissen des Textura-Projekts gibt.

Weder Ron noch ich sind Spezialisten für Polen oder polnische Geschichte. Deshalb sind wir – umso mehr weil Geschichte in Polen ein zunehmend politisierter und damit umstrittener Bereich ist – froh und dankbar über die kompetente Hilfe und Unterstützung durch drei Experten, ohne die diese Projekt nicht umsetzbar wäre. Sie beraten uns bei der Erstellung und prüfen die Inhalte, Bilder, Auswahl der Fachbegriffe und deren Übersetzung noch einmal kritisch. Die am Projekt beteiligten Experten sind Stephan Erb vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk, Manfred Mack vom Deutschen Polen-Institut in Darmstadt sowie Dominik Pick vom Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

Didaktisch ist die Erarbeitung dieser Sonderedition von Textura ein überaus spannendes Unterfangen. Die Fragen und Probleme sind vielfältig: Da ist zunächst die Auswahl der „Epochen“ für eine deutsch-polnische Verflechtungsgeschichte, dann deren jeweilige „Ereignisse“ (Entwicklungen, Personen, Phänomene usw.) sowie die dazugehörigen erklärenden Texte auf der Rückseite der Karten. Zwar gibt sind große Teil der Geschichte von Deutschland und Polen eng miteinander verflochten, aber in beiden Ländern gibt es sehr unterschiedliche Perspektiven auf dieselben Ereignisse.

Die Anzahl an Karten und damit der zur Verfügung stehende Platz ist begrenzt. Das hilft die Auswahl zwingendermaßen so knapp bzw. übersichtlich zu halten, dass das Spiel nicht nur im Unterricht der Ober-, sondern auch der Mittelstufe in beiden Ländern eingesetzt werden kann, ohne die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler zu überfordern. Dabei ist davon auszugehen, dass zumindest bei den deutschen Schülerinnen und Schüler ist kaum bis kein Wissen über die polnische Geschichte voraussetzbar ist. An wenigen Beispielen möchte ich aufzeigen, wie wir – unterstützt durch die Experten – mit diesen Fragen und Probleme umgehen und zu welchen Lösungen wir bisher gelangt sind. Glücklicherweise betreten wir mit diesem Projekt fachlich kein „Neuland“, sondern können uns auf zahlreiche Publikationen stützen, die uns die Auswahl der Inhalte erleichtern. Dazu dann mehr im zweiten Teil.