Was war wo? Ein Stadtrundgang durch Torgau 1933-1945

Ein Projekt des DIZ Torgau (Stiftung Sächsische Gedenkstätten) mit der Mittelschule Nordwest Torgau im Rahmen des Programms »LernStadtMuseum« des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus.

Schülerarbeit: Gedenkorte in Koblenz

In Ergänzung zu ihrer Facharbeit bei einer Kollegin hat eine Schülerin alle Stolpersteine sowie weitere Gedenkorte in der Stadt Koblenz auf einer Karte bei Google Maps eingetragen. Ein schönes und einfaches Beispiel dafür, wie auch Lernende  selbstständig digitale Karten nutzen können. Vielleicht geht ja auch der lokale Verein Mahnmal Koblenz hin und bindet die Karte auf seiner Seite ein. Das wäre eine gute Ergänzung zur reinen Auflistung, die bislang auf der Seite steht. Ergänzend ließen sich auf der Karte noch direkte Links zu den Biographien setzen, die sich auf der Seite des Verein befinden.

OmnesViae: Römischer Routenplaner

„OmnesViae.org bietet eine Rekonstruktion der Peutingerschen Tafel (PT), umgesetzt mit aktuellen Technologien. Die Peutingersche Tafel ist eine mittelalterliche Kopie einer römischen Straßenkarte ungefähr aus dem Jahr 300 n. Chr.“

OmnesViae ist ein engagiertes Ein-Mann-Projekt, das sich auch für den Einsatz in der Schule eignet, z.B. um auf die Ausdehnung, die Entfernungen, Städte und das Straßennetz des Römischen Reiches zu thematisieren. Dank dieser im Google Maps-Stil umgesetzten Karte gewinnt das Thema deutlich an Anschaulichkeit. So können die Schülerinnen und Schüler auch selbst Reiserouten und Entfernungen recherchieren. Dabei können dann gleich römische Zahlen und ggf. Maßeinheiten thematisiert werden.

Die Seite ist in mehreren Sprachen verfügbar. Neben Deutsch auch auf Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch und Niederländisch.

Linkliste und Folien zum Workshop: Vernetzte Räume

Linkliste zum Workshop Vernetzte Räume. Arbeiten mit digitalen Karten im Unterricht morgen auf dem 6. Moodlefest am Landesinstitut für Pädagogik und Medien des Saarlands, dessen Thema dieses Jahr lautet „Schule 2.0: Grenzen überwinden mit Moodle“.

Download (PDF): Linkliste Workshop Vernetzte Räume

Folien zum Workshop „Vernetze Räume“ als PDF

Conflict history on Google Maps

Conflict history

Die Google Maps-Weltkarte ist mit einer Zeitleiste verbunden. Auf der Leiste lassen sich verschiedene Zeiträume einstellen. Entsprechend des gewählten Zeitfensters werden in einem Fenster Kriege mit den einzelnen Schlachten als Unterpunkten jeweils mit Name und Jahreszahl(en) angezeigt und auf einer Weltkarte lokalisiert. Die  Namen der Kriege und Schlachten sind nur auf Englisch verfügbar. Über den Button mit dem Ausrufezeichen sind zudem die entsprechenden Artikel in der englischsprachigen Wikipedia verlinkt. Die Karte  kann ein hilfreiches Werkzeug für  globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht sein, nicht nur für den bilingualen Unterricht. So könnte man z.B. die ggf. unterschiedliche Namensgebung des Konfliktes im Deutschen und Englischen (z.B. Siebenjähriger Krieg – French-Indian War) thematisieren und hat auf der Karte zugleich die globale Dimension einzelner Konflikte visualisiert.

Handreichung: Koblenz 1933-1945

Die Handreichung (Download als PDF) bündelt die Forschungsergebnisse über die Geschichte der Stadt Koblenz im Nationalsozialismus und verbindet diese mit Bildern der Orte sowie einer genauen Lokalisierung auf einer Karte. Lehrkräften kann die Handreichung zur Vorbereitung des Unterrichts mit lokalem Bezug oder eines Unterrichtsgangs dienen. Denkbar ist auch, dass Schülerinnen und Schüler die Karte zur Informationsrecherche für den Unterricht, für ein Referat oder zur Vorbereitung eines eigenen Stadtrundgangs nutzen.

Links zur Kartenarbeit

Die aktuelle Ausgabe der GWU 4/2010 widmet sich dem Spatial Turn der Geschichswissenschaft und Relevanz für Geschichtsdidaktik, dabei ist natürlich auch die Frage nach Arbeit mit Karten im Unterricht wichtig. Einige Links zur Kartenarbeit, u.a. die im Heft genannten, habe ich zusammengestellt und würde mich über weitere Hinweise auf brauchbare Seiten mit gutem Kartenmaterialien für den Geschichtsunterricht freuen. Zumal ja bekanntlich Digitalisierungen aus Schulbüchern nicht mehr zulässig sind (siehe hier) und man dadurch auf anderes Material angewiesen ist. Vieles ändert sich, doch Lehrer bleiben Jäger & Sammler 😉

Hinweise zur Kartenarbeit im Geschichtsunterricht

Seit einiger Zeit liegen schon zwei interessante Sachen zur Kartenarbeit auf meinem Schreibtisch. Ich komme aber leider erst jetzt dazu, sie hier kurz vorzustellen:

1. Der online Karten-Editor StepMap

In vier Schritten lassen sich hier online eigene Karten erstellen und bearbeiten. Dies bietet ein enormes Potential für die Arbeit im Geschichtsunterricht. Die Möglichkeiten des Web 2.0 werden hier auf die Arbeit mit Karten übertragen. Die Karten lassen sich frei gestalten: Es ist auch möglich, weitere Medien in die Karten einzubinden. Die fertigen Karten lassen sich auf den Seiten von StepMap veröffentlichen, nur privat speichern oder auch in Excel, Word oder Powerpoint exportieren.  Schüler können selbst zu allen Themen des Geschichtsunterrichts ihre Karten erstellen und es fällt nicht schwer sich vorzustellen, dass die eigenständige Arbeit auch das Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen von Karten fördert, was sich sonst als „Methodenteil“ anhand von fertigen Karten in den meisten Lehrbüchern findet. Aber auch Lehrer können eigene Karten als Ergänzung zum Buch oder für den Einsatz am interaktiven Whiteboard basteln. Anregungen für Lehrer, z.B. auch für den Deutsch- oder Kunstunterricht mit den Reiserouten von Schriftstellern und Künstlern, bietet StepMap auch an.

2. TOP Geschichte (westermann)

Als Ergänzung zur Arbeit mit Geschichtsatlanten bietet der westermann mit seiner TOP Geschichte-Reihe Arbeitshefte an, von denen die ersten drei Bände bereits erschienen sind.  Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es den Schüler im Geschichtsunterricht schwer fällt, sich geographisch zu orientierung, weil sie oft bis in die Oberstufe kaum Vorstellungen davon haben, wo sich die genannten (europäischen) Länder, Städte usw., von denen im Geschichtsunterricht die Rede ist, befinden.

Durch die Zusammenlegungen der Gesellschaftswissenschaften in verschiedenen Schularten und Bundesländern, wird das Problem keineswegs behoben, sondern eher verschärft, da damit in der Regel Kürzungen in der gemeinsamen Stundenzahl der Fächer Geschichte, Politik und Erdkunde einhergehen. M.E. spricht nichts dagegen, auch die Orientierung im Raum bei den Schülern im Geschichtsunterricht stärker zu fördern, da sie grundlegend ist für das Verständnis historischer Prozesse. Ein „Abschieben“ als Aufgabe des Erdkundeunterrichts ist an Schulen von Geschichtslehrern oft zu hören, hilft aber nicht weiter.

Dieses Anliegen, „in schülergerechter Form den Kompetenzerwerb eines Raum-Zeit-Verständnisses“ (so der Verlag) zu fördern, verfolgen auch die hier vorgestellten TOP-Arbeitshefte. Peter Kirch und Jörg Manner bieten in ansprechender, kindgerechter Gestaltung Übungsaufgaben, Rätsel und Arbeitsblätter für den kompletten Durchgang durch die Geschichte. Vom Anspruch und Gestaltung her, eignen sich die Hefte weniger für den Geschichtsunterricht am Gymnasium in Rheinland-Pfalz, der erst mit der 7. Klasse einsetzt, aber für jüngere Klassen und an anderen Schulformen können die Hefte als Ergänzung zum Schulbuch gut eingesetzt werden.

Buchtipp: Zwangsumsiedlung, Flucht und Vertreibung 1939-1959

Zwangsumsiedlung, Flucht und Vertreibung 1939-1959. Atlas zur Geschichte Ostmitteleuropas, hg. v. der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2009.

Großartiges Buch mit hervorragendem Kartenmaterial, um das Thema im Unterricht aufzugreifen. Das Buch ist ursprünglich von polnischen Wissenschaftlern erarbeitet und wurde für die Lizenzausgabe der BpB ins Deutsche übersetzt. Daher ergibt sich der Schwerpunkt auf der polnischen Geschichte. Da aber das komplette polnische Territorium vor- und nach dem 2. Weltkrieg miteinbezogen wird, ergibt sich hier eine ausgedehnte mitteleuropäische Perspektive, die auch Deutsche, Ukrainer, Litauer, Weißrussen, Tschechen und Slowaken mit einbzieht. Damit sind natürlich noch längst nicht alle betroffenen Gebiete Europas erfasst, aber diese europäische Perspektive ist m.E. für jede Art der Darstellung und Behandlung absolut grundlegend. Das Buch zeichnet sich neben den hervorragenden Karten durch das gelungene Layout, viele Fotoabbildungen und gelungenen Informationstexten und Übersichtstafeln aus. Es eignet sich daher sowohl zum Einlesen für Lehrer und Schüler in das Thema als auch die Darstellung im Geschichtsbuch als ergänzende Materialfundgrube.

Das Buch kann hier gegen eine Bereitstellungspauschale von 6 7€ bei der BpB bestellt werden. Es wäre wünschenswert, wenn das Buch in Deutschland breit rezepiert würde, da die Diskussion um Zwangsumsiedlung, Flucht und Vertreibung ja weiterhin eine hoch sensible und politische Angelegenheit ist, die einen entsprechend hohen Grad an Informiertheit  in einer möglichst breiten Öffentlichkeit erfordert.

Zum „Vertriebenen-Streit“ auch ein ganz aktueller Artikel in der taz, ein Interview mit dem polnischen Historiker Tomasz Szarota.