Spiele und Spielentwicklung in der politischen Bildung: Schwerpunktthema „Partizipation“

Zum Ende der Sommerferien bzw. dem Beginn des neuen Schuljahrs in Rheinland-Pfalz an dieser Stelle ein kurzer Fortbildungstipp für mitlesenden Lehrerinnen und Lehrer aus Rheinland-Pfalz:

Am 27. September findet ganztägig in Boppard eine Fortbildung zu Spielen und Spielentwicklung für den Unterricht statt. Gehalten wird die Fortbildung von Till Meyer von Spieltrieb, der schon seit 3 Jahrzehnten beruflich mit Spielen arbeitet, vor allem auch im pädagogischen Bereich und schon zahlreiche (Brett-) Spiele, darunter auch einige didaktische, entwickelt und veröffentlicht hat.

Ausgeschrieben ist die Fortbildung für das Schwerpunktfach „Sozialkunde“. Die Inhalte lassen sich aber ebenso gut  auf Geschichte und Gesellschaftslehre übertragen.

Anmeldeschluss ist bereits in 5 Tagen. Wer Interesse hat, sollte sich also noch schnell über das Fortbildungsportal des Landes anmelden:

https://tis.bildung-rp.de/web/guest/catalog/detail?tspi=89132_

Aus Gewohnheit…

party-pinguin-ocal-800px… fast schon Tradition und weil WordPress mich netterweise gerade daran erinnert hat: Heute gibt es dieses Blog seit genau 7 Jahren. Als ich mit dem Schreiben begonnen habe, stand ich gerade vor der Abordnung mit halber Stelle ins Team von „Medienkompetenz macht Schule“, wo ich seit 2012 leider schon nicht mehr arbeite, ich war noch nicht Fachberater und bin es jetzt schon wieder nicht mehr… trotz anderer Projekte und Interesse ist dieses mein Hauptblog geblieben mit deutlicher reduzierter, aber weiterhin im Vergleich mit meinen anderen Blogs der höchsten Frequenz von Beiträgen. Habe ich 2011 noch 146 Beiträge veröffentlicht, Machovka-cake-800pxwaren es 2015 nur 43. Allerdings hat sich das Bloggen seitdem auch verändert: kurze Hinweise auf Unterrichtsmaterialien und Internetseiten gibt es (fast) keine mehr, dafür nutze ich ausschließlich Twitter und Diigo. Was bleibt, ist ein Kern von meist etwas längeren Artikeln oder das Veröffentlichen selbst erstellter Materialien. Meine veränderte Nutzung des Blogs sowie die Veränderungen in der „Geschichtsblogosphäre“ habe ich ja vor etwas mehr als einem Jahr versucht zu umreißen.

Und ach ja, interessant vielleicht zum Abschluss: Was sich kaum verändert hat in den letzten Jahre ist die Liste der am beliebtesten Beiträge des Blogs. Theoretische Reflexionen und bildungspolitische Themen bleiben weiterhin wenig gefragt, es dominiert ganz klar die Suche nach Unterrichtsmaterial. Und so sehen die ersten fünf Plätze auch für das erste Halbjahr 2016 wie folgt aus:

  1. Unterrichtseinheit: Karl der Große – Teil 1
  2. Einer Karikatur auf der Spur
  3. Ist die Erde rund?
  4. Unterrichtseinheit: Karl der Große – Teil 2
  5. Aus den Fehlern der Weimarer Verfassung gelernt?

Noch ’ne Zeitleistenidee: Schüler spielen Timeline

timeline-800pxAm dritten Tag des Internationalen Training Seminar bin ich immer noch begeistert über die vielen methodischen Ideen, die euroclio in den letzten Jahren entwickelt hat und von denen wir einen kleinen Teil vorgestellt bekommen. Mein Eindruck ist, dass vielen großartigen Unterrichtsaktivitäten auf dem Historiana-Portal untergehen und man sie nur findet, wenn man weiß, dass sie da sind und gezielt danach sucht. Es werden also in den nächsten Tage noch einige Blogbeiträge folgen, um hoffentlich etwas dazu beizutragen, die von euroclio entwickelten Methoden und Materialien bekannter zu machen.

Die in diesem Beitrag kurz vorgestellte Methode heißt auf Englisch „human timeline„. Der Unterrichtsvorschlag bezieht sich auf die Ursachen des Ersten Weltkriegs, kann aber auch auf andere Themen übertragen werden. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten jeweils child-1096177_1280eine Karte, je nach Anzahl können die Lernenden auch jeweils zu zweit eine Karte bekommen. Die ausgearbeiteten Beispielkarten für die Ursachen des Ersten Weltkriegs kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Auf den Beispielkarten sind die Daten der Ereignisse bereits angegeben, in einer Variante könnten – je nach Vorkenntnis und nach Einsatz der Methode am Anfang oder am Ende der Unterrichtsreihe – diese aber auch weggelassen werden. Die Schülerinnen und Schüler formen eine „Zeitleiste“, in der sie sich in der chronologischen Reihenfolge ihrer Karten im Klassenraum oder auf dem Schulhof platzieren.

Mit dieser „menschlichen Zeitleiste“ kann nun auf unterschiedliche Art und Weise gearbeitet werden. Die Lernenden können zum Beispiel die zeitlichen Abstände zwischen den Ereignissen im Raum abbilden, so dass sehr schnell deutlich wird, dass es „ruhigere“ Zeiten und Zeitabschnitten beschleunigten Wandels gab. Die Lernenden könnten – je nach Thema und ausgewählten Ereignissen – versuchen, Beziehungen und Interdependenz Highway-800pxvon Ereignisse und dadurch Entwicklungen darzustellen, z.B. durch Verschieben der Zeitleiste auf mehrere Stränge, Hand- oder Armkontakt und andere verfügbare Hilfsmittel oder Darstellungsformen.

Im Anschluss sind verschiedene Aktivitäten möglich, um das Verständnis der Ereignisse, ihrer Abfolge und Beziehungen zu vertiefen: Die Schülerinnen und Schüler können die Zeitleiste noch einmal graphisch umsetzen und dabei besonders folgenreiche, wichtige Ereignisse in Bezug auf den Ersten Weltkrieg größer darstellen als andere (Vorschlag euroclio: Als „Weg“ bzw. Straße in den Ersten Weltkrieg mit unterschiedlichen Fahrzeugen, Abzweigungen, Hindernissen usw.), den Ablauf in einem Text zusammenfassen oder, falls zu Beginn der Unterrichtseinheit, ausgehend von der Zeitleistenarbeit eigene Fragen  entwickeln, die in den Folgestunden aufgegriffen und untersucht werden.

Wikipedia in der Praxis – Open Peer Review

cibo00-abstracted-personal-stress-appraisal-800pxDie ausgearbeiteten Beiträge zur Tagung in Basel werden nun nach und nach zum Open Peer Review im Blog des Arbeitskreises „Digitaler Wandel und Geschichtsdidaktik“ online gestellt. Den Auftakt macht mein kurzer Praxisbericht zu Schwierigkeiten und Lösungsansätzen der Wikipedia-Nutzung in Klasse 8. Die Folien zum Vortrag hatte ich bereits Ende November zur Tagung hier im Blog zur Verfügung gestellt.

Open Peer Review bedeutet, dass „alle interessierten Personen“ eingeladen sind, „nicht nur zu lesen, sondern auch zu kommentieren.“ Die genauen Informationen über Ablauf des Review-Verfahren und die Reihenfolge der Publikation der Tagungsbeiträge haben Jan Hodel und Marco Zerwas als Herausgeber in einem einleitenden Blogbeitrag zusammengefasst.

OER für Flüchtlinge!

Bildung, Netz & Politik

Auf dem von der Zentrale für Unterrichtsmedien und der Transferstelle für OER veranstalteten Treffen am vergangenen Wochenende in Schmerlenbach war auch die Bildungsarbeit mit Flüchtlingen Thema. Dabei waren sich die Anwesenden einig, dass aus öffentlichen Mitteln finanzierte Materialien frei und offen sein müssen, damit sie von allen Beteiligten kostenfrei genutzt, weiter gegeben und verändert werden können. Im gemeinsam formulierten offenen Brief heißt es:

CC BY Jonathasmello CC BY Jonathasmello

Bildung ist ein Schlüssel zur Integration von Flüchtlingen. Für das Gelingen spielen professionelle, ehrenamtliche und non-formale Bildungsangebote eine zentrale Rolle.

Die Unterzeichner begrüßen, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein entsprechendes Maßnahmenpaket im Umfang von 130 Millionen Euro angekündigt hat. Auch andere Akteure der öffentlichen Hand sind und werden aktiv, insbesondere um Lern- materialien für Flüchtlinge entwickeln zu lassen.

Um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit entsprechender Maßnahmen zu gewährleisten, fordern die Unterzeichner:

Von der öffentlichen Hand geförderte Lernmaterialien müssen offen lizenziert sein!

Der…

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Hinweis in eigener Sache: neues Blog

Blog-icon2Regelmäßige LeserInnen dieses Blogs haben es bemerkt: Die Veröffentlichungsfrequenz von Beiträgen ist rapide gesunken. Nur noch alle paar Wochen schreibe ich einen neuen Beitrag. Das hat mit den vergangenen Osterferien, der sich anschließenden Elternzeit und dem Vatersein an sich zu tun.Es ist aber auch mit einem veränderten Interessens- und Arbeitsschwerpunkt verbunden.

In der Vergangenheit sind von Zeit zu Zeit immer wieder kleinere Beiträge auch zu allgemeinen Fragen von Schulen und Bildung in diesem Blog erschienen, die aber nie so richtig passten. Deshalb habe ich ein neues Blog zur Bildungs- und Netzpolitik eingerichtet, im Mittelpunkt steht vor allem die Schnittstelle von beiden Feldern, also Bildung und digitale Medien. Wer mag, kann unter https://bipone.wordpress.com/ mitlesen.

Nachdem alle Beiträge zu BYOD mit dem jetzt auslaufenden Projekt an meiner Schule bereits ausgegliedert wurden, scheint mir der Schritt konsequent, auch die übrigen Inhalte deutlich zu trennen; auch wenn es natürlich immer wieder Überschneidungen gibt. Unter „Geschichtsunterricht“ wird es aber fortan nur noch Beiträge geben, die sich mit demselben sowie darüber hinaus mit historischem Lernen und Geschichtskultur auch außerhalb von Schule beschäftigen.

Vor vier, fünf Jahren gab es einige interessante, einige auch schlicht hitzige Debatten in der damaligen „Geschichtsblogosphäre“. Während es heute viel mehr Blogs mit Geschichtsbezug gibt, sind viele der Blogs, in denen damals miteinander vernetzt über Geschichtsunterricht und Geschichtskultur diskutiert wurde, eingestellt. Das Schreiben dieses Blogs ist zunehmend zu einem Monolog geworden. Zugleich hat es in der Außenwirkung einen Stellenwert erhalten, dem ich ihm selbst nicht zugeschrieben habe. Dies zeigt sich leider auch in wenig erfreulichen Entwicklungen, wo ein sachlicher Fehler nicht einen Hinweis zur Korrektur, sondern eine Mail mit Klageandrohung nach sich zieht.

Nichtsdestotrotz sehe ich Blogs im Allgemeinen, für mich ist es dieses hier, als hervorragendes Mittel einer öffentlich vorgetragenen und damit zur Kommunikation und Diskussion einladenden reflektierten Unterrichtspraxis. Hinweise auf Projekte, Veröffentlichungen, Materialien und alles, was sonst so interessant sein könnte, habe ich zu Beginn zahlreich im Blog aufgenommen. Heute finden sich diese fast nur noch auf Twitter, Diigo sowie von dort übernommen in unserem Fachberater-Newsletter für die weniger Social Media-affinen Kolleginnen und Kollegen.

Das Blog bleibt Mittel, Theorie und Praxis aufeinander zu beziehen, eigene Unterrichtsvorhaben vorzustellen und deren Durchführung, die weit davon entfernt ist, jedes Mal best practice zu sein, zu reflektieren. Trotzdem haben die Beiträge im Blog einen anderen Charakter als Printpublikationen: Es sind in der Regel vergleichsweise schnell niedergeschriebene Gedanken und Eindrücke bzw. deren allmähliche Verfertigung beim Schreiben.

Im Vergleich zur sonst üblichen Reflextion einer Unterrichtsstunde im Lehreralltag verlangt das Bloggen ein hohes Maß an Distanzierung, Entschleunigung und Strukturierung. Im Vergleich zum wissenschaftlichen Schreiben ist es geprägt durch Unabgeschlossenheit, Schnelligkeit und Zeitgebundenheit. Alle genannten Merkmale sind zugleich Vor- wie Nachteil des Bloggens. Es hängt von der Perspektive ab, was überwiegt.

Aus meiner Sicht lässt sich mit Hilfe dieses öffentlichen Notizblocks und virtuellen Zettelkastens die sonst in deutschen Schulen zumeist geschlossene Tür des eigenen Klassenzimmers aufzustoßen. Lehrerblogs eröffnen einen Blick in den sonst weitgehend verschlossenen schulischen Lehr- und Lernraum hinein, der im besten Fall anregend für Kolleginnen und Kollegen sein kann, der aber immer auch Überlegungen zu Unterricht, Medien und Materialien öffentlich macht und damit zur Diskussion stellt.

Ein Barcamp im Schulstundenrhythmus?!

Es wäre mal zu überlegen, ob das Format auch im Geschichtsunterricht mit historischen Themen eingesetzt werden könnte…?

BYOD-Projekt

Das geht doch gar nicht! In der Tat es ist nicht einfach, aber es geht und eigentlich gar nicht so schlecht…

Die Mehrheit der Schulen ist weiterhin im 45 Minuten Rhythmus, allenfalls noch in Doppelstunden, getaktet. Das widerspricht streng genommen der Anlage von Barcamps, nichtsdestotrotz lässt sich deren Grundidee in der Schule sinnvoll adaptieren.

In der BYOD-Klasse hatten wir (Lernende wie Lehrkräfte) festgestellt, dass die „Technik“-Kenntnisse der Lernenden sehr unterschiedlich sind. Einzelne Lernende hatten auch in der 8. Klasse noch Probleme damit, eine vorbereitete Präsentation für ein Referat vom USB-Stick zu starten und baten in solchen Fällen Mitschüler um Hilfe; andere beschäftigten sich in ihrer Freizeit intensiv mit neuer Technik, Programmieren und Hacken.

Daraus entstand die Idee, die Technikfragen der Lernenden aufzugreifen und zu thematisieren. Da bei allen Lernenden unterschiedliche Fragen und Fähigkeiten vorhanden waren, musste eine Form bzw. Methode gefunden werden, die möglichst vielen gerecht wurde. Gleichzeitig war damit…

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