Meinungsrelativismus von Lernenden

Im Blog von Herrn Larbig finde sich (wieder mal) ein interessanter Beitrag, der sich einem Phänomen nähert, dass auch im Geschichtsunterricht zu beobachten und insofern problematisch ist, als es eine weiter gehende Auseinandersetzung mit dem Gegenstand im Sinne eines historischen Lernens blockieren kann.

Wenn die Perspektivität von Quellen und Darstellungen nur mit  dem Verweis auf unterschiedlichen Autorenschaft, deren Meinungen gleichberechtigt nebeneinander stehen, (v)erklärt wird, dann dürfte ist es dem ein oder anderen nicht einsichtig sein, warum sich eine intensivere Auseinandersetzung mit den Standpunkten, deren Vergleich und Überprüfung lohnen könnte, um zu einem eigenen Urteil kommen.

Ein eigenes Urteil ist letztlich innerhalb dieser Vorstellung auch kaum möglich. Der Versuch einer Urteilsbildung, wie sie z.B. in Klausuren gefordert wird, mündet häufig in eine Antwort, die oberflächlich, ohne Belege argumentiert, dass man das so oder so sehen kann, was durchaus mit Belegen versehen werden kann. Im Geschichtsunterricht zielen wir oft auf solche abwägenden Beurteilungen.  Folgt man der Beobachtung von Herrn Larbig, könnte dahinter bei vielen Lernenden aber eben keine begründbare Einsicht in die Zusammenhänge, sondern der Versuch stecken, sich einem eigenen Urteil zu entziehen.

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