Schule im digitalen Zeitalter – Zum #speedlab2

Vorne weg ein Dankschön an die Organisatoren für den weitgehend gelungenen Rahmen zum anregenden Austausch mit interessanten Menschen. Wer sich fragt, was überhaupt ein Speedlab ist und wer das wo organisiert hat, kann das auf den Seiten von werkstatt.bpb.de nachlesen. Dort ist die „Mikrokonferenz“ auch ausführlich dokumentiert.

Auf dem Heimweg von Köln sind mir noch einige Sachen durch den Kopf gegangen, die ich völlig ins Unreine versuche durch das Niederschreiben zugleich zu ordnen und auszulagern.

Zuhause habe ich dann auch noch den (nicht ausgefüllten) Feedbackbogen in meiner Tasche gefunden, vielleicht geht der Beitrag dann hier auch als nachträgliche Rückmeldung zur Veranstaltung durch.

Zunächst war ich gespannt auf das für mich neue Format „Speedlab“. Es hat mich in vielem an ein World Café erinnert. Das Speedlab war mir aber über den Tag, ehrlich gesagt, zu laut, zu wuselig, was vielleicht auch an dem offenen Raum gelegen haben mag. Dieser war zwar schön, aber mir, und da war ich sicher nicht der einzige, dröhnte am Nachmittag schlicht der Kopf. Persönlich interessant fand ich bei der Veranstaltung viele Leute, die ich bisher nur über ihre Beiträge von Twitter oder ihren Blogs kannte, als Referenten oder Teilnehmer live und in 3D zu erleben. Das ist schon immer noch einmal etwas anderes.

Insgesamt hat die Veranstaltung bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Es wurden teilweise durchaus kontrovers, laut und emotional diskutiert. Oft allerdings an der Oberfläche oder wie zum Teil auf dem Podium auch schlicht aneinander vorbei. Was ich von dem Tag mitnehme, ist wenig Neues und viel Bestätigung eigener Ansichten. Es stimmt schon, dass solche Veranstaltungen auch ein Echoraum sein können, der die eigene Meinung unter „Gleichgesinnten“ positiv verstärkt.

Ein paar dieser neuen und bestätigten Gedanken will ich als Thesen kurz zusammenfassen und, sofern nicht eh altbekannter Konsens, damit natürlich auch zur Diskussion stellen. Außerschulische Bildung ist natürlich auch wichtig, kam aber auf der Veranstaltung eher am Rande vor und da ich Lehrer bin, beschränke ich mich auf den Bereich der Schule:

– Es gibt eine wachsende Kluft zwischen einer veränderten und sich weiter verändernden Gesellschaft (und damit auch Lebenswelt der Lernenden sowie der Arbeitswelt) und einer sehr trägen Institution Schule. Problematisch finde ich allerdings, die auch heute wiederholt gehörte Formulierung bisher sei aller Unterricht „schlecht“, „öd“, „fad“, „langweilig“ gewesen (alles heute auf dem Podium heute ernsthaft so geäußert). Das ist schlicht falsch und führt nicht weiter. Viele Kollegen fühlen sich damit zu Recht angegangen, ungerecht und falsch beurteilt und verschanzen sich, wie zu erwarten, in einer Abwehr- und Verteidigungshaltung. Richtig ist hingegen, dass die Digitalisierung unsere Gesellschaft durchdringt und verändert (dazu kommen noch ein ganze Reihe anderer Faktoren, die zu grundlegenden Veränderungen führen) und dem kann sich Schule nicht versperren, will sie nicht ihre grundlegenden Aufgaben verfehlen. Aber nochmal: Das heißt nicht, dass bisher alles schlecht gewesen wäre, sondern nur dass die bisherigen Konzepte von schulischen Lernen nicht mehr zur Realität unserer heutigen Welt passen.

– Es ist deutlich zu trennen zwischen der Ebene des Unterrichts und der des Systems Schule. Auf der Unterrichtsebene lässt sich vieles verändern. Das zeigen die vielen Beispiele von Edu-Hackern, -Bloggern, Bildungsaktivisten und wie sich der einzelne auch selbst gerne bezeichnen mag. Die Möglichkeiten zu Veränderung stoßen aber systembedingt an Grenzen. Felix Schaumburg hat das sehr schön formuliert, in dem er darauf hinwies, dass er sich mit seinem beruflichen Selbstverständnis in einem ständigen Widerspruch in Bezug auf die Vorgaben der schulischen Realität befindet.

– Wirklich ärgerlich fand ich, dass (mal wieder) über Lehrer, gerne auch pauschalisierend über „die“ Lehrer gesprochen wurde, aber auf dem Podium kein Lehrer saß, obwohl bei den Referenten einige mögliche Kandidaten dabei gewesen wären. Es muss darum gehen, mit den Lehrkräften zu reden und nicht nur über sie. Eigentlich sollte das klar sein. Ich erlebe das aber leider immer wieder anders. Pauschale Lehrerschelten helfen nicht. Positive Beispiele gehören hervorgehoben, diskutiert und verbreitet. Es gibt viele, die sich im Rahmen des Möglichen bemühen und Veränderungen in Gang setzen.

– Die Frage, wie man die erreicht, die sich den notwendigen Veränderungen widersetzen oder (weniger aktiv) schlicht entziehen, wurde mehrfach gestellt, eine überzeugende Antwort habe ich nicht gehört… Entscheidend scheinen Neugier, Bereitschaft zum Ausprobieren und Experimentieren, zu kritischer Selbstreflexion und dem Wunsch nach größerer Berufszufriedenheit zu sein. Das lässt sich allerdings schlecht vorgeben, allenfalls vorleben.

– Es waren übrigens insgesamt wenig aktive Lehrkräfte anwesend. Das sollte man aber nicht vorschnell einem Desinteresse zuschreiben: Freistellungen für Fortbildungen in der Dienstzeit sind schwierig, überhaupt ist Zeit, bzw. deren Mangel, ein Riesenproblem für Lehrkräfte und ein wesentliches Hemmnis für Innovationen. Auch hier verschärfen G8 und Zentralabitur die Situation zusätzlich.

– Ich habe den Eindruck, dass Lehrkräfte Fortbildungen, fachdidaktisch reflektierte Konzepte und Unterrichtseinheiten brauchen, wie sie digitale Medien in ihren Untericht integrieren können. Das ist noch nicht der schulische Leitmedienwechsel und Systemwandel, aber es ist das, was sofort im Kleinen möglich ist und eine Brücke bildet zur Heranführung an die Entdeckung der Potentiale. Als Technologie könnte auch das interaktive Whiteboard so eine Brücke, ein Katalysator sein. Es lässt sich in jede Art Unterricht integrieren, bietet aber zusätzliche Möglichkeiten und schöpft sein volles Potential erst aus, wenn die Lernenden mit eigenen Endgeräten digital arbeiten.

– Die Arbeit mit digitalen Medien ermöglicht / führt zu / erzwingt eine Öffnung des Unterrichts, und zwar auf allen Ebenen (inhaltlich, methodisch usw.). Das ist entgegengesetzt zur Ausbildung von Lehrern, sowie wie ich sie vor ein paar Jahren noch durchlaufen habe, die in anderthalb bis zwei Jahren lernen (und teilweise verinnerlichen), die Klasse, den Raum, die Inhalte, Methoden usw. zu kontrollieren. Wenn sie das können und in einer in höchstem Maße kontrollierten Situation vorführen, erhalten sie mit dem zweiten Staatsexamen die Erlaubnis zu unterrichten. Kein Wunder also, wenn in der Diskussion auch immer die diffuse, oft gar nicht bewusste Angst vor Verlust dieser (Illusion von) Kontrolle mitschwingt. Es ist ja genau das, was man gelernt hat, was eine gute Lehrkraft ausmacht.

– Ich bin immer wieder erstaunt zu hören, wie es mit den Einsatz digitaler Medien in anderen Bundesländern aussieht. Ich höre immer wieder: Es fehle an Konzepten, Ausstattung und Fortbildungen. Es scheint so, als wären wir in der Tat in Rheinland-Pfalz relativ weit. Wenn man selbst drinsteckt, muss ich sagen, sieht man doch eher die Mängel und Fehler und was man noch tun könnte. Der Blick von außen ist immer ein anderer.

– Es geht nicht um Geräte, sondern um Didaktik. Wir brauchen Lernsettings, eine neue Aufgabenkultur und vor allem neue Prüfungsformate. Über die Zulassung alternativer Bewertungen wird sich das Lernen und Lehren in Schulen grundlegend verändern. So lange zentral immer noch Klassenarbeiten und Klausuren stehen, die eine Wiedergabe auswendig gelernten Wissens verlangen, wird sich auch Unterricht nicht grundlegend verändern. Das Zentralabitur wirkt sich hier hemmend aus. Ein großer Schritt wäre die Zulassung von Open Educational Resources als reguläre „Schulbücher“ durch die Behörden der Bundesländern. In anderen Ländern, wie z.B. Kalifornien, passiert das bereits, berichtete Basti Hirsch in seinem Workshop. Für Deutschland scheint die Vorstellung noch utopisch und geradezu revolutionär.

– Die technische Entwicklung geht weiter und sie geht schnell voran. Daher veralten Geräte schnell. Schule kann sich eine permanente Erneuerung ihrer Ausstattung aber nicht leisten. Das lässt sich einfach z.B. an den meisten Computerräumen ablesen. Es kann also nicht darum gehen, dass Schulen nun in Klassenstärke oder größeren Zahlen iPads, Tablets oder was auch immer anschaffen, um sie in ein paar Jahren auszutauschen. Das kann sich niemand leisten, mal abgesehen von den Problemen, die entstehen, wenn Lernende die Geräte nur leihweise in ein oder zwei Stunden im Unterricht nutzen: So können dort z.B. keine eigenen Dateien abgelegt werden (darauf hat André Spang in seinem Kurz-Workshop hingewiesen) und sie stehen auch zuhause nicht zur Verfügung, sie können also nicht als eigenes Werkzeug in eine persönliche Lernumgebung integriert werden. Deshalb kann der Weg meines Erachtens nur über Geräte der Schüler führen, die dann mit Verlassen der Schule auch ihre Geräte mitnehmen. Die Lernenden finanziell zu unterstützen, die sich das von zuhause nicht selbst leisten können, kommt allemale günstiger als die komplette, regelmäßig notwendige Erneuerungen ganzer Schulausstattungen in diesem Bereich.

Wie gesagt, ein paar Gedanken zum heutigen Tag, schnell runtergeschrieben, ich hoffe nicht allzu wirr, aber zumindest sind sie jetzt aus meinem Kopf 😉

Die europäische eTwinning-Konferenz und der Leitmedienwechsel in der Schule

Die letzten drei Tage war ich in Budapest auf der europäischen Jahreskonferenz von eTwinning. Für alle Leser, die eTwinning noch nicht kennen sollten, hier eine kurze Beschreibung:

eTwinning ist ein Programm der europäischen Union, in dem seit 2005 eine  Internetplattform für europäische Schulprojekte zur Verfügung gestellt wird. Es gibt eine Lehrerplattform, die sich in Form und Aussehen zunehmend sozialen Netzwerken annähert und den Austausch zwischen Lehrkräften aus ganz Europa sowie die Anbahnung von Projektpartnerschaften ermöglichen soll. Wer zumindest einen Partner aus einem der 31 teilnehmenden Länder (neben den 27 der EU auch noch Norwegen, Island, Kroatien sowie die Türkei) hat, bekommt zur Arbeit mit den Schülern einen „virtuellen Klassenraum“, den sogenannten Twinspace, zur Verfügung gestellt, der die gängigen digitalen Werkzeuge wie Wiki, Fotogalerie, Dateiablage, Forum, Chat etc. enthält. eTwinning ist ein europäisches Leuchtturmprojekt. Aktuell sind auf der Plattform fast 130.000 Lehrkräfte registriert.

Unter anderem im Nachklapp auf das 7. Educamp und die „Keine Bildung ohne Medien“-Konferenz und in Vorbereitung auf die re:publica XI, wird in einigen Blogs sowie auf Twitter gefragt und diskutiert, warum Lehrer kaum mit digitalen Medien arbeiten (viele Befragungen scheinen das ja zu belegen) und wie sich dies gegebenenfalls ändern ließe. Es geht natürlich nicht um das Einführen und die Anleitung im Gebrauch einzelner „Werkzeuge“, sondern um die Frage, wie Schule auf die Anforderungen eines  gesellschaftlichen Wandels hin zu einer digitalen Welt reagieren muss, der mit dem Leitmedienwechsel einhergeht und grundlegend den Umgang mit Informationen (deren Rezeption, Organisation und Produktion) verändert.

Daraus folgt, dass es auch nicht nur um eine Lernplattform, hier: eTwinning, geht. Ich finde es aber – und das ist mir tatsächlich erst dieses Wochenende in Budapest klar geworden -, erstaunlich, dass eTwinning im Unterricht in so vielen Ländern bei so unterschiedlichen Lehrkräften und Schulsystemen dermaßen erfolgreich ist. Eine zentrale Frage ist ja, wie man Veränderungen im (trägen) System Schule unterstützen und fördern kann: Durch vorbildliches Vorangehen und das Ausarbeiten und Publizieren von Praxisbeispielen? Durch Verbesserung der technischen Ausstattung? Durch Lehrerfortbildungen zu einzelnen „digitalen Werkzeugen“? Durch veränderte Rahmen-, Lehrplan- und Prüfungsvorgaben? Durch Arbeitsgruppen und Mediencurricula in den Schulen oder gar ein eigenes „Medien“-Fach? Dahinter stecken im Detail durchaus kontrovers diskutierte Fragen über den zu beschreitenden Weg. Sofern sie sich nicht gegenseitig ausschließen, spielen vermutlich die Faktoren alle zusammen und bieten nur gemeinsam sinnvolle Lösungsansätze. Offen bleibt jedoch, wie der Wandel in der Breite initiiert werden kann.

Von der erfolgreichen Implementierung digitaler Medienarbeit durch eTwinning in tausenden von europäischen Schulen lässt sich meines Erachtens etwas lernen. Warum machen so viele Lehrkräfte bei eTwinning mit? Die Antwort ist einfach: Weil es ihnen einen deutlichen, leicht erkennbaren Mehrwert für ihren (Fach-) Unterricht bringt. Oder um es anders zu sagen: Man muss die Lehrer offensichtlich da abholen, wo sie stehen 😉

Das klingt einfach, ist es aber nicht. Aber für eTwinning sind zehntausende Lehrkräfte bereit sich in Fortbildungen oder alleine zuhause vor dem Rechner, die nicht ganz einfache Handhabung der Plattform anzueignen. Die meisten wollen nicht mit eTwinning arbeiten, weil sie digitale Medien einsetzen wollen und sich fragen, was sie mit einer Lernplattform, einem Blog oder Wiki anfangen können, sondern weil sie mit eTwinning ihren Schüler über eTwinning authentische und zugleich sichere Kontakte zu Gleichaltrigen in anderen Ländern bieten können, mit denen die Schülerinnen und Schüler dann ihre Fremdsprachenkenntnisse anwenden, ihr Schul- und Alltagsleben vergleichen, unterschiedliche Sichtweisen und Arbeitsergebnisse austauschen und veröffentlichen können. Das ist für Schüler enorm motivierend, weil sie nicht für die Schule oder die Lehrkraft lernen, sondern mit Anwendungs-, Lebenswelt- und Gegenwartsbezug. Trotz des erhöhten Arbeitsaufwands wird eTwinning von den Lehrkräften als Bereicherung für den eigenen Unterricht und motivierend für die eigene berufliche Tätigkeit beschrieben.

Hinzu kommt aber noch etwas anderes und das scheint mir das eigentlich Spannende:

Am zweiten Tag der Konferenz gab es eine ganze Reihe von Workshops. Die meisten beschäftigten sich mit der Rolle von Schülern und Lehrern sowie den Grundlagen von Projektunterricht (daneben gab es Vorstellung von gelungenen und ausgezeichneten Projekten sowie einzelner Tools). Den Lesern dieses Blogs erzähle ich da nichts Neues: Wer mit einer Lernplattform und digitalen Werkzeugen arbeitet, braucht auch andere Formen des „Unterrichts“, veränderte Rollen von Lehrern und Lernern. Die Arbeit mit eTwinning oder anderen Lernplattformen lässt sich nicht in einen belehrenden Frontalunterricht „einbauen“ (der übrigens entsprechend der Schultraditionen in einigen europäischen Ländern viel stärker verankert ist als in Deutschland), sondern sie führt zu einer methodischen und inhaltlichen Öffnung von Unterricht, zu raum- und grenzüberschreitendem kollaborativen Arbeiten, was sich an den vielen dokumentierten eTwinning-Projekten ablesen lässt. Das gemeinsame Arbeiten auf der Lernplattformen tritt hier phasenweise an die Stelle des bisherigen Buchunterrichts. An die Stelle der Bücher tritt Kommunikation, Kollaboration und Produktion eigener „Contents“. Ausgehend von den europäischen Projekten setzen die Lehrkräfte in der Folge Lernplattformen und andere digitale Werkzeuge auch in anderen Unterrichtszusammenhängen ein. Sie werden selbstverständlicher Teil von Schule und Unterricht.

Was projekt- und prozessorientiertes Arbeiten ist, muss allerdings von vielen erst noch gelernt werden,  damit die Arbeit mit eTwinning gelingt. Die Lehrkraft nimmt sich zurück, wird zum Lernbegleiter, die Schüler rücken in den Mittelpunkt. Genau das wird europaweit in vielen eTwinning-Workshops und -konferenzen vermittelt. Der Ausgangspunkt aber, der die Bereitschaft zum Lernen, Umdenken und Verändern ausgelöst hat, war, und das scheint mir wichtig, nicht die Frage nach dem Einsatz von Technik  und Medien.

Die eingesetzten digitalen Werkzeuge sind erstmal Mittel zum Erreichen eines konkreten Zwecks. Dazu gibt es z.B. bei der Einführung des Buchdrucks ja durchaus historische Parallelen. Die daraus hervorgehende Kompetenz in der Handhabung und die Selbstverständlichkeit des Einsatzes digitaler Arbeitsmittel führt schrittweise zu einem grundlegenden Wandel des Unterrichts und in der Folge auch des Systems Schule. Ich vermute, dass vielen die Konsequenzen, die sich aus dem Einsatz der Plattform für den eigenen Unterricht ergeben (müssen), beim Einstieg in die Arbeit mit eTwinning gar nicht bewusst waren und erst die zunehmend positiven Erfahrungen und Rückmeldungen durch die Schüler zu einem grundlegenden Überdenken des eigenen Unterrichts geführt haben.

Bei entsprechendem Bedarf und Nachfrage in den Kollegien lässt sich übrigens beobachten, dass sich damit auch langsam aber stetig die Ausstattung der Schulen verbessert. Dies geschieht bei eTwinning nicht zuletzt über die Kombination mit Comenius-Projekten, in denen einzelnen Schule finanzielle Projektmittel zur Verfügung gestellt werden, aus denen sich Verbesserungen der Infrastruktur finanzieren lassen.

Ich denke, der Debatte in Deutschland würde es gut tun, nicht nur auf die sicherlich weiterhin vorhandenen Mängel und Defizite zu schauen, sondern auch auf solche, gerade in ihrer Breitenwirkung beeindruckenden, Erfolge zu schauen. Viele Schulen scheinen weiter zu sein, als man das aufgrund der publizierten Umfragen und der Diskussion über den Einsatz von Medien vermuten könnte…

Lehrerpraxisberichte und Leitmedienwechsel

Gerade gelesen –  Bodo von Borries schreibt:

„‚Lehrerpraxisberichte‘ über Erfahrungen, Entwicklungen und Krisenbewältigungen können als eigene – höchst anregende und hilfreiche – Textgattung gelten. Sie sind seit den Siebzigerjahren, wo sie geläufig waren, leider weitgehend verschwunden.“ (in: Hodel/Ziegler (Hg.), Forschungswerkstatt Geschichtsdidaktik 2009, Bern 2011, S. 317).

Recht hat er, aber verschwunden? Sind nicht die vielen Lehrerblogs heute genau das? Höchst anregende und hilfreiche Berichte über Erfahrungen, Entwicklungen und Krisenbewältigungen? Zumindest empfinde ich das beim Lesen der Blogs vieler Lehrkräfte unterschiedlichster Fächer so und würde mir mehr davon wünschen.