Jüdisches Erbe am Rhein

Heute fand im Pädagogischen Landesinstitut in Speyer die Fachtagung „Jüdisches Erbe am Rhein“ statt, zu der ich am Nachmittag einen Workshop beitragen durfte.

Der Workshop trug den Titel: „Jüdische Geschichte und Kultur mit digitalen Medien erkunden und präsentieren“. Wer sich dafür interessiert, findet die (sehr knapp gehaltene) Präsentation hier als PDF-Datei zum Download.

Hauptteil des Workshop bildete nicht ein zentraler Vortrag, sondern digital verfügbare Angebote zur jüdischen Geschichte, die ich in einem Etherpad bei der ZUM zusammengestellt hatte.

Die Linkliste ist so angelegt, dass sie über den Workshop hinaus kollaborativ genutzt werden kann: Wer mag, kann gerne Hinweise auf weitere digtitale Angebote zur jüdischen Geschichte sowie Kommentare, Kurzrezensionen und Tipps für den Unterrichtseinsatz direkt ins Dokument schreiben:

https://zumpad.zum.de/p/Jüdisches_Erbe

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Wikipedia in der Praxis – Open Peer Review

cibo00-abstracted-personal-stress-appraisal-800pxDie ausgearbeiteten Beiträge zur Tagung in Basel werden nun nach und nach zum Open Peer Review im Blog des Arbeitskreises „Digitaler Wandel und Geschichtsdidaktik“ online gestellt. Den Auftakt macht mein kurzer Praxisbericht zu Schwierigkeiten und Lösungsansätzen der Wikipedia-Nutzung in Klasse 8. Die Folien zum Vortrag hatte ich bereits Ende November zur Tagung hier im Blog zur Verfügung gestellt.

Open Peer Review bedeutet, dass „alle interessierten Personen“ eingeladen sind, „nicht nur zu lesen, sondern auch zu kommentieren.“ Die genauen Informationen über Ablauf des Review-Verfahren und die Reihenfolge der Publikation der Tagungsbeiträge haben Jan Hodel und Marco Zerwas als Herausgeber in einem einleitenden Blogbeitrag zusammengefasst.

#gld14 | Geschichte Lernen digital 2014 | Tagungsprogramm

Die Tagung Geschichtsdidaktische Medienverständnisse. Entwicklungen – Positionen – neue Herausforderungen findet am 25. und 26. April 2014 am Historischen Institut der Universität zu Köln statt. Die Tagung ist für alle Interessierten offen, wird allerdings anders als die Vorgängertagung #gld13nicht live gestreamt. Weitere Infos und sowie das Programm der Tagung steht nun im Blog des Arbeitskreises „digitaler Wandel und Geschichtsdidaktik“ online.

Tagungsankündigung: #gld14. Geschichte Lernen digital. Geschichtsdidaktische Medienverständnisse

Am Freitag, den 25., und Samstag, den 26. April 2014, findet am Historischen Institut der Universität zu Köln die Tagung #gld14 | Geschichtsdidaktische Medienverständnisse | Entwicklungen – Positionen – neue Herausforderungen des KGD-Arbeitskreises dWGd | digitaler Wandel und Geschichtsdidaktik statt.

Interessierte Beiträger/innen können bis Dienstag, den 10. Dezember 2013, einen Vorschlag für einen Beitragstitel sowie ein kurzes Abstract (max. 800 Zeichen) bei Christoph Pallaske einreichen.

Weitere Informationen zum Tagungskonzept finden sich im Blog des KGD-Arbeitskreises „Digitaler Wandel und Geschichtsdidaktik“.

P.S. Zuerst hatte ich ja geschichtsdidaktische „Missverstädnisse“ gelesen, aber das hat sich dann doch als Verleser herausgestellt… 😉

Nachlese zur Tagung #gld13

Die Tagung Geschichte lernen digital war sehr anregend und bestens organisiert. Die vielen Eindrücke sind noch frisch und müssen nach und nach geordnet und verarbeitet werden. Deshalb möchte ich auch gar keinen allgemeinen Tagesbericht schreiben. Wer mag, kann in den folgenden Tagen die Aufzeichnungen der Vorträge auf dem L.I.S.A.-Portal nachschauen. Ab Juni werden die ausgearbeiteten Beiträge zum Peer-Review im Netz stehen.

Die Tagung kann den Anfang eines schwierigen, aber konstruktiven Dialogs bilden, der unterschiedliche Perspektiven von u.a. Geschichtsdidaktikern, Lehrkräften, Aus- und Fortbildnern auf die Veränderungen von Geschichtslernen im digitalen Zeitalter einbindet. Eine wichtige Perspektive, die auf der Tagung fehlte, war übrigens die der Lerner. Es wäre eine Überlegung wert, diese Ernst zu nehmen und miteinzubeziehen. In welcher Form das geschehen könnte, müsste man schauen.

Einen Gedanken aus der Abschlussdiskussion möchte ich in diesem Beitrag noch einmal herausgreifen, da er mir im Rückblick während der zwei Tage in München zu kurz gekommen scheint. Große Teile der Tagung waren auf die Angebotsseite fokussiert und standen unter einem instrumentellen Verständnis des Digitalen. Es ging darum, wie Lernplattformen, digitale Werkzeuge und Materialien sinnvoll für den Geschichtsunterricht sinnvoll genutzt werden können, um diesen zu verbessern bzw. nachzuweisen, dass sie es nicht tun. Die Formulierung macht es schon deutlich und vor allem Lisa Rosa hat in der Diskussion wie auch auf Twitter darauf hingewiesen: Digitale Medien werden so nur als Mittel bzw. Werkzeuge begriffen. Das ist aber ein Verständnis, das angesichts der kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, zu kurz greift. Es geht um das “Lernen unter den Bedingungen der Digitalität”. Auch ohne digitale Medien erfolgt Lernen und Arbeiten heute immer unter diesen Bedingungen.

Daraus ergibt sich die für meinen Arbeitszusammenhang als Lehrer wichtige Frage, wie sich Schule und (Geschichts-) Unterricht unter diesen Bedingungen verändern und wie darauf zu reagieren ist. Das sind in der Tat zunächst keine fachspezifischen Beobachtungen, und sie sind deshalb vielleicht weniger im Blickfeld der Geschichtsdidaktik, aber diese Bedingungen sind auch für den Geschichtsunterricht grundlegend, weil sie den Rahmen für formales historisches Lernen in der Schule bilden.

Um verständlicher zu machen, was das bedeutet und welche Veränderungen gemeint sind, möchte ich exemplarisch drei Beobachtungen aus dem Schulalltag noch einmal zusammenfassen:

– Bei einem vorbereitenden Besuch für ein Comenius-Projekt in einer zentralanatolischen Stadt in der Türkei hatte ich ein längeres Gespräch mit einem Oberstufenschüler. Er erklärte mir, dass der Geschichts- und Religionsunterricht ideologisch gefärbt sei. Das, was die Lehrer erzählten und was in den Schulbüchern steht, würde er immer noch einmal mit eigenen Recherchen im Internet überprüfen, um sich eine eigene unabhängige Meinung zu bilden. Nichtsdestotrotz lernt er das im Unterricht Dargebotene auswendig und erzielt exzellente Noten in Tests und Klausuren, weil diese Zulassungsvoraussetzung für eine gute Universität später sind. Lehrer und Schulbuch, und damit der Staat über die Schule, haben ihre Deutungshoheit verloren. Die Schule hat übrigens nicht mal eine Schulbibliothek

– Schüler organisieren ihre Lern- und Arbeitsprozesse zunehmend selbstständig und kollaborativ z.B. in Facebook-Gruppen, die parallel zu ihren Kursen laufen. Dort werden Fragen gestellt, Hausaufgaben gemacht, Klausuren vorbereitet. Die Lehrer sind außen vor und viele Kollegen wissen vermutlich nicht einmal um diese Parallelstrukturen. Daraus ergeben sich aber Fragen nach dem Sinn z.B. von Hausaufgaben und von Aufgabenformaten. Um einen älteren Spruch sinngemäß zu zitieren: Wenn sich die Antwort auf eine Frage in wenigen Sekunden googeln lässt, dann ist nicht Googel schlecht, sondern die Frage.

– Das gleiche gilt auch für den Unterricht selbst. Laut Statistiken haben Schüler weiterführenden Schulen eine 100% Ausstattung mit Handys. Davon ist eine wachsende Zahl Smartphones. Schulen reagieren in der Regel weiterhin mit „Handy“-Verboten. Das hindert aber Schüler nicht unter dem Tisch ihre Handys zu nutzen, auch gezielt für den Unterricht, um z.B. Antworten auf Lehrerfragen zu googeln. Wenn ihnen diese Frage-Antwort-Spiele, worauf Martin Lindner zu Recht hinweist, nicht sowieso zu dumm sind und sie sich diesen grundsätzlich entziehen, was in der Qualifikationsphase der Oberstufe sicher schwieriger ist als in der Mittelstufe. Ein sinnvoller Unterricht darf nicht auf Fragen aufbauen, deren Antworten sich schnell googeln lassen.

Auf der Tagung wurde von Marko Demantowsky zu Recht festgestellt, dass sich die Grundformen historischen Denkens und Lernens in der Auseinandersetzung mit Quellen und Darstellung in den Modi von Re- und Dekonstruktion nicht ändern. Was sich aber sehr wohl ändern kann bzw. ändern muss, sind u.a. Unterrichtsgestaltung, Aufgabenformate und Lernprodukte.

Jan Hodel hat darauf hingewiesen, dass wir uns mitten in einem Wandel befinden, dessen Ende wir noch nicht absehen können. Nichtsdestotrotz oder vielleicht gerade deswegen ist eine ebenso experimentelle wie reflexive Praxis nötig, die sich öffnet und den Dialog mit den Lernenden sowie eine fachdidaktische Fundierung sucht, um nicht beliebig zu werden. Umgekehrt scheint es mir eine dringende Aufgabe der Geschichtsdidaktik auch die veränderten allgemeinen Bedingungen von Schule und Unterricht in den Blick zu nehmen, das Fach und seine Praxis zu ihnen in Beziehung zu setzen, und in einem Dialog mit der Praxis den Geschichtsunterricht weiterzuentwickeln. Der auf der Tagung ankündigte Arbeitskreis innerhalb der KGD könnte dafür ein zentrales Forum bilden.

Präsentation von classroom4.eu bei #gld13

Morgen startet die ersten Konferenz im deutschsprachigen Raum zum Digitalen in Geschichtsdidaktik und -unterricht. Die Veranstaltung ist als interaktive Netztagung angelegt, so dass auch partizipieren kann, wer nicht in München vor Ort ist. Wer die Vorträge mitverfolgen will, kann dies über eine Twitterwall und einen Live-Stream tun. Die entsprechenden Links finden sich im Tagungsblog.

Anbei stelle ich die Folien zu meinen Vortrag hier schon ein. Hoffentlich machen die Bilder neugierig auf das Thema, den Vortrag online zu verfolgen; vielleicht lässt sich nach Durchsicht der Folien aber auch schon sagen, wie langweilig der Beitrag ist und damit das Joggen oder die Kaffeepause am Freitagnachmittag zuhause besser planen 😉

#ICM2013: Das ICM im schulischen Geschichtsunterricht

Am Dienstag startet die zweite deutsche Konferenz zum Inverted Classroom Modell in Marburg. Das Programm findet sich auf den Seiten des ICM-Blogs. Auch die Referenten werden mit den Abstracts für ihre Beiträge dort kurz vorgestellt. Hier schon einmal vorab ein Blick in die Prezi für meinen Vortrag im Plenum, der als Erfahrungsbericht aus der Praxis nach einem Jahr und mehreren „geflippten“ Unterrichtsreihen angelegt ist. Daher passte die Prezi-Vorlage zur Erkundung einer unbekannten Insel ziemlich gut- es gab Umwege, gefährliche Klippen… und am Ende dieses Jahres seit der letzten Konferenz ist sicher kein endgültiges Ziel erreicht, aber doch irgendwie ein Schatz gehoben mit einem im Vergleich zu davor stark veränderten Unterricht.