Videoclip: App in die Geschichte

Link zur WebApp: app-in-die-geschichte.de

Advertisements

Zeitschrift Geschichte Lernen 159/160: Historisches Lernen mit digitalen Medien

Photo by turkletom CC BY 2.0

Photo by turkletom CC BY 2.0

Kurzer Hinweis auf eine neue Veröffentlichung im Friedrich-Verlag: Am 17. Mai erscheint in der Zeitschrift Geschichte Lernen mit dem Doppelheft 159/160 eine Ausgabe speziell zum historischen Lernen mit digitalen Medien, die ich als Gastherausgeber betreuen durfte.

Das Heft bietet eine Vielfalt verschiedener Ansätze mit hoffentlich anregenden Ideen für die schulische Unterrichtspraxis. Dank geht an die Autoren, die mit ihren Beiträgen unterschiedliche Zugänge und Einsatzmöglichkeiten für die Arbeit mit digitalen Medien im Geschichtsunterricht aufzeigen. So finden sich im Heft u.a. Beiträge

  • zur Visualisierung von archäologischen Funden als 3D-Modelle mit SketchUp
  • zum kollaborativen Schreiben mit Etherpads
  • zu digitalen Fotostorys
  • zum Einsatz von Interaktiven Whiteboards im Geschichtsunterricht
  • zur Dekonstruktion von Geschichtsdarstellungen des Zeitzeugenportals „Gedächtnis der Nation“
  • zur kritischen Auseindersetzung mit Geschichte in Online-Foren
  • zur Arbeit mit WebQuests
  • zu virtuellen Exkursionen mit Streetview

Inhaltsverzeichnis mit Übersicht über die Praxisbeiträge als PDF.

 

Die GeschichtsApp ausprobieren: Kurzanleitung – erste Schritte

2014-05-04_231457

Um die Funktionen der WebApp auszuprobieren, registriert man sich zunächst als Lerner unter folgender Seite: http://app-in-die-geschichte.de/student/register

Die Anmeldung ist möglichst einfach gehalten und für den Schulgebrauch ausgelegt. Es können ein selbst gewählter Name sowie ein Passwort eingegeben werden. Anschließend lässt sich die WebApp nutzen. Weitere Daten werden von den Nutzern nicht abgefragt.

Nach dem Einloggen mit den selbst erstellten Zugangsdaten auf der entsprechenden Seite können sowohl das Tagging Game, das Mapping Game wie die Zeitleistenfunktion genutzt werden. Wer die WebApp als einzelner Lerner und nicht mit einer Gruppe z.B. innerhalb einer Schulklasse nutzt, nimmt als Einstieg für die beiden Spiele als Ausgangsbasis am besten immer das App-Archiv mit den digitalisierten Quellen.

2014-05-04_232334Dort können über unterschiedliche Zugänge die aktuell fast 80.000 digitalisierten Quellen durchsucht werden. Die jeweils letzte Suchanfrage wird gespeichert. Klickt man nun auf das Tagging Game, kann man diese durch die Suchanfrage definierte Gruppe von Digitalisaten spielerisch verschlagworten.

2014-05-04_232533Dabei stehen zwei verschiedene Spiel-Modi zur Verfügung. Die einfache Verschlagwortung, bei der es für jedes richtige Schlagwort einen Punkt gibt, sowie den Tabu-Spiel-Modus. Im letzteren sind nur Quellen verfügbar, denen mindestens bereits fünf Schlagworte zugeordnet sind. Daher kann es vorgenommen, dass je nach Suchanfrage dort keine Quellen verfügbar sind. Die bereits vergebenen Schlagworte werden angezeigt und dürfen nicht mehr angegeben werden, dafür gibt es für jedes weitere richtige Schlagwort fünf Punkte.

Die Punktwertungen werden dem Nutzer gut geschrieben. Die 30 besten Nutzer der WebApp erscheinen mit ihrem gewählten Namen in der HighScore.

Aufgrund der Entwicklung der App sind zur Zeit ausschließlich Digitalisate aus Archiven in Koblenz und Linz am Rhein vorhanden. Für lokale Quellen aus der eigenen Stadt muss man selbst z.B. in den Wikimedia- oder Flickr-Commons suchen und kann die Digitalisate im eigenen Konto unter „Meine Dateien“ rechts oben hochladen.  2014-05-04_233221

Bei einem geplanten Unterrichtseinsatz der App ist es sinnvoll beim Stadt- oder Kreisarchiv wegen einer Kooperation und der Bereitstellung von digitalisierten Quellen für den Unterricht anzufragen. Lehrkräfte und Archive können eigenen Zugang mit mehr Rechten anlegen. Archive können über diesen Zugang selbstständig Digitalisate im App-Archiv für Schulen zur Verfügung stellen.

Aufgrund der vorhandenen Quellen für die meisten Nutzer außerhalb von Koblenz und Linz zur Zeit noch weniger interessant ist das Mapping Game. Auch hier erfolgt der Einstieg für Einzelnutzer über das App-Archiv. Zu den Digitalisaten kann jeder Nutzer in seinem Konto eigene Referenz-Fotos hochladen, dass kann z.B. ein historisches Foto eines Straßenzuges oder eines Platzes sein, das in heutiger Ansicht mit derselben Perspektive aufgenommen wird oder das Gebäude bzw. der Ort, der zu einer Urkunde gehört, weil diese dort verfasst wurde.

2014-05-04_234400Interessant wird das Mapping Game allerdings erst, sobald es in einer Gruppe gespielt wird. Dazu muss von Schule oder Archiv im Content Management System eine Lerngruppe angelegt werden. Werden nun von Nutzer dieser Gruppe Referenz-Bilder hochgeladen, sehen diese alle Mitglieder der Gruppe und können sie bewerten auf einer Sterne-Skala  von 1-5. Dadurch erhält der Nutzer, der das Bild hochgeladen hat, zugleich auch Punkte für die HighScore-Wertung.

Die Zeitleisten-Funktion ist weitestgehend selbsterklärend. Jeder Nutzer kann eigene Zeitleisten anlegen. In diese Zeitleisten lassen sich Texte, Digitalisate aus dem App-Archiv oder selbst hochgeladene Dokumente einfügen, über die Einbettungsfunktion lassen sich aber auch Online-Videos oder learningapps in die Zeitleiste integrieren.

2014-05-04_235606Wer innerhalb einer Lerngruppe arbeitet, kann die erstellte Zeitleiste auch für alle Mitglieder der Gruppe zum Ansehen freigeben. Innerhalb einer Gruppe können auch beliebig viele Mitglieder eine Zeitleiste kollaborativ erstellen. Die erstellten Zeitleisten stehen dann allen Nutzern der Gruppe dauerhaft zum Nachschauen oder zum Lernen z.B. in der Schule vor einem Test oder einer Klausur zur Verfügung.

#gd_dig Geschichtsfragen (?) in der Autovervollständigung der Google-Suche

Interessant finde ich, dass die unvollendete Schuldfrage als erstes direkt zum Ersten Weltkrieg führt; und das sowohl in der Gegenwarts- wie in der Vergangenheitsform. Interessant sind auch die Unterschiede zwischen den Ergänzungsangeboten im Präsens und in der Vergangenheit. Beides Mal landet jedoch der Erste Weltkrieg an erster Stelle.

Handelt es sich um eine längerfristige spezifisch deutsche Debatte oder um eine kurzfristige Konjunktur rund um den 100. Jahrestag und das Buch von Clarke? (siehe z.B. das Interview mit Nicolas Beaupré auf L.I.S.A.) Spiegelt sich in der Google-Ergänzung zur Frage die deutsche Lehrpläne und der darauf aufbauender Unterricht mit „historische[n] Spiegelfechterei[n]“ (Ventzke)?

Bei den weiteren Stichproben haben mich einige Themen überrascht, die ich eher für marginal gehalten hätte, die aber offensichtlich massenhaft abgefragt werden und daher als Autoversvollständigung angeboten werden. Zugleich ist es auch erschreckend zu sehen, was für simple Jahreszahlen offenkundig abgefragt werden.

Erstaunlich mag der geringe Anteil an Vervollständigungen zu Promis und anderen Kuriositäten sein. Überraschend fand ich angesichts der zugrundeliegenden Häufigkeit die Spitzenplätze von Mauerfall über Mittelalter zum Urknall. Ich hätte andere Themen vermutet. Viel Erkenntnis kann man aus den Fragen alleine allerdings nicht ziehen. Aus einer geschichtsdidaktischen Forschungsperspektive wäre es überaus spannend hingegen zu erfahren, wer tatsächlich danach sucht, was er oder sie zu finden sucht und welche Link angeklickt werden.

Wir können davon ausgehen, dass Google das alles weiß und für denjenigen schon die entsprechenden Werbeanzeigen bereit hält…

 

Google wer ist schuldGoogle wer war schuld

Google warum war Google Warum hatten

google wann war