Der Ärger mit LdL bei der Umsetzung in die Praxis

Ich finde das Konzept super, die Schüler äußern sich positiv und sind mehrheitlich mit Eifer und Engagement dabei, selbst ein Kollege, der mich letzte Woche vertreten hat, brauchte sich nur in die Klasse setzen und den Schülern dabei zuzuschauen, wie sie sich selbst unterrichten und fand das – trotz einiger notwendiger Interventionen zur Herstellung einer konzentrierten Arbeitsatmosphäre – so spannend, LdL vielleicht selbst einmal im Unterricht auszuprobieren.

Ein echtes Problem ist aber die Planung. Mich würde interessieren, wie andere damit in der Praxis umgehen. Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Stunden gemeinsam im Unterricht vorbereitet. Ich habe mir die Stundenkonzepte angeschaut, beraten und geholfen, wo das nötig war. Die einzelnen Stunden haben wir auf die kommenden Wochen verteilt und jede Gruppe hat einen festen Termin bekommen. Nun musste ich dieses Plan bereits zum vierten Mal korrigieren, neu erstellen und die Stunden nach hinten verschieben, da ich jede zweite Woche eine „Stattstunde“ in dieser Klasse bekommen: Das ist (oft kurzfristiger) Vertretungsunterricht, für den die Schüler dann z.T. kein Material dabei haben und für den dann in der Folge eine andere reguläre Stunde, die am Rand des Stundenplan liegt –  in diesem Fall dienstags die erste –  ausfällt.

Die für den Dienstag geplante Schülerstunde verschiebt sich dann damit auf die Folgewoche und damit verschieben sich auch alle weiteren Stunde nach hinten. Von Mitte Mai für das vorgesehene Ende der LdL-Reihe sind wir mittlerweile bei Ende Mai angelangt. Vielleicht tritt das Phänomen in anderen Schulen weniger auf, es ist aber für mich zur Zeit ein ebenso banales wie ärgerliches Problem, das Formen der langfristig angelegten, schülerorientierten Unterrichtsplanung – gleiches würde ja auch für Wochenplanarbeit, Stationenlernen u.ä. gelten – bei einem zweistündigen Fach ganz erheblich erschwert.

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6 Gedanken zu „Der Ärger mit LdL bei der Umsetzung in die Praxis

  1. Trick 17 (bei eigener Klassenleitung): Die SuS haben in meiner Klasse ein eigenes kleines Fach. Dort deponieren sie das Material, das sie nicht zuhause benötigen – z.B. Wochenplanarbeitsmaterial und auch LdL-Material wäre dort lagerbar. Hausaufgaben gebe ich wegen des gebundenen Ganztags und des Doppelstundenrasters sowieso sehr selten auf.

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  2. Ja, das ist eine gute Möglichkeit. In der Schule gibt es aber bei uns kaum richtige Möglichkeiten irgendwas dauerhaft gut und für die Schüler zugänglich zu lagern. Und für LdL: Selbst wenn sie die Bücher alle in der Schule lagern würden, könnte ich kaum erwarten, dass eine Gruppe von heute auf morgen mal eben ihre Stunde vorzieht. Als Lehrer könnte ich das machen.
    Hausausfgaben gebe ich während der LdL-Reihe auch nicht auf, das liegt bei den Schülerinnen und Schülern, von denen die meisten das nicht machen, einige wenige schon.

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  3. Bin sehr gespannt, wie du das Projekt abschließend bewerten wirst. Ich bin ja nach wie vor etwas skeptisch; es ist ja schon mit manchen Referendaren nicht so leicht… 😉

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  4. Einzelne „Stattstunden“ kann man durchaus sinnvoll mit Meta-Gesprächen (z.B. Reflexion über die Lernerfolge bzw. noch verbliebene Verständnisschwierigkeiten) füllen. Aber bei LdL gebe ich Daniel recht. Dass Schüler ohne Vorwarnung eine solche Aufgabe von jetzt auf gleich übernehmen, ist zuviel verlangt.
    Bei uns wurden die „Stattstunden“ deshalb (trotz ihrer anderen Vorzüge) nach einiger Kritik wieder abgeschafft.

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  5. Ja, einzelne Stunden sind hilfreich und sinnvoll, richtige Vertretungsstunden in der Lerngruppe mehr als „Stattstunden“. das Problem ist einfach die Menge. Wie geschrieben das Ende der Reihe hat sich mittlerweile von Mitte Mai auf – gerade nachgeschaut – Anfang Juni verschoben,

    Als „Meta“-Plenumsstunde haben wir die Stunde auch diese Woche genutzt. Die Schüler haben die bisherigen Unterrichtstunden sehr (selbst-) kritisch reflektiert undingesamt ein positives Zwischenfazit gezogen. Es ist einfach eine Freude, so zu arbeiten!

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  6. Pingback: Auswertung der LdL-Reihe | Medien im Geschichtsunterricht

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