Jahrestage im Juli

Aus persönlicher Sicht jähren sich im Juli einige Ereignisse. Zunächst einmal wird dieses Blog drei Jahre alt. Mittlerweile gibt es 428 Artikel und über 540 Kommentare. Das war vor drei Jahren sicher nicht absehbar. Ein großes Dankeschön an alle Leser und Kommentare. Ohne die vielen Rückmeldungen würde ich hier vermutlich schon lange nicht mehr schreiben.

Anfangen habe ich das Blog aus Neugier, die zusammenging mit der Teilabordnung mit halber Stelle in das Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ am damals noch Landesmedienzentrum, heute Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz. Nach nun drei Jahren endet die Abordnung und ich kehre als Fachberater Geschichte mit voller Stundenzahl zurück an meine Schule.

Außerdem jährt sich noch mein Umzug nach Koblenz. Auch wenn ich mich hier schon voll heimisch fühle, bin ich doch erst vor fünf Jahren in die einzige Stadt an Rhein und Mosel gezogen… aber so wie es aussieht, werde ich hier auch noch eine ganze Weile bleiben – und ich freue drauf 😉

In den letzten Jahren habe ich viele Beiträge in meinen Abordnungsstunden im Büro geschrieben (mit Erlaubnis der Leitung aufgrund der offenkundigen Schnittmenge der beiden Arbeitsbereiche ;)). Die Stunden fallen jetzt leider weg. Das bedaure ich sehr, weil sich aus den im letzten Jahr dann drei Arbeitsbereichen zahlreiche produktive Synergieen ergeben haben. Die Frequenz der Blogbeiträge wird daher vermutlich in den nächsten Monaten deutlich zurückgehen, weil für das Schreiben weniger Zeit bleiben wird.

Vielleicht hat aber auch das sein Gutes und führt zu einer Konzentration auf Wesentliches und eine qualitative Verdichtung der Beiträge im Blog. Wie auch immer: Zunächst geht es in vier Wochen Sommerpause. Mitte August geht es hier wieder weiter.

Bis dahin: Schöne Ferien!!!

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P.S. Noch ein Fundstück aus den Flickr Commons:

Poster in a London travel agency advising people to book their holidays in spite of the tense situation in Europe (Hitler, Germany, the Second World War). About 1939. Collectie Spaarnestad.

Neu in der Geschichtsblogosphäre: Historisch denken | Geschichte machen

Es ist ein neues Blog zu vermelden: Christoph Pallaske von der Universität Köln, der auch das segu-Projekt verantwortet, meldet sich nun auch per Blog zu Wort. Das Blog trägt den Titel „Historisch denken. Geschichte machen“ ist angesiedelt bei hypotheses und damit, soweit ich sehe, das bislang erste und einzige Blog mit geschichtsdidaktischer Ausrichtung in dem Portal.

Das Bild im Header macht bereits deutlich, worum es beim Bloggen geht: sich austauschen und vernetzen. So schreibt denn auch Christoph Pallaske über seine  Zielsetzung: „Dieses Blog will Diskussionen und Entwicklungen zum historischen Denken und Lernen in der Schnittmenge von Geschichtsdidaktik, historisch-politischer Bildungsarbeit und Geschichtsunterricht mitverfolgen und anregen.“

Das neue Blog wird mit Sicherheit die deutschsprachige Geschichtsblogosphäre bereichern. Ich freue mich auf interessante Beiträge, kontroverse Zuspitzungen und eine Erweiterung des regen und konstruktiven Austauchs, wie er bisher über Twitter, Kommentare und in persönlichen Treffen bereits stattgefunden hat.

Gizeh in 3D

Die Seite öffnet sich und bietet einen faszinierenden Blick in ein 3D-Modell der Anlagen von Gizeh. Verfügbar sind die Informationen auf Englisch und Französisch. Umgesetzt wurde das Projekt von Dassault Systèmes.

Zum Hintergrund schreiben die Macher selbst:

„Dassault Systèmes beschäftigt sich bereits seit längerem mit der Visualisierung archäologischer Befunde: Vor einigen Jahren unterstützte Dassault Systèmes schon den Architekten Jean-Pierre Houdin bei der Visualisierung seiner Theorie zur Bauweise der Cheops-Pyramide. Nicht wenige Experten, wie beispielsweise Rainer Stadelmann, ehemaliger Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo, bezeichneten diese als revolutionär. Das Bahnbrechende: Die 3D-Animation, an der Houdin zwei Jahre lang gemeinsam mit den Ingenieuren von Dassault Systèmes gearbeitet hat, zeigt, wie die Ägypter die Tonnen schweren Steinblöcke über ansteigende Gänge innerhalb der Pyramide nach oben geschoben haben könnten.“

Was mich interessiert hätte, nämlich die visuelle Umsetzung dieser Bautheorie zu sehen (vgl. den Stundenvorschlag hier), konnte ich auch nach längerem Suchen nicht finden. Die Navigation lädt zum Stöbern, Durchklicken und Umschauen ein, ist aber leider nicht geeignet für das gezielte Suchen nach Informationen.

So interessant und imposant der virtuelle Rundgang ist, fällt mir auch nach längerem Überlegen kaum ein sinnvoller Einsatz für den Unterricht ein. Das Alte Ägypten steht im Anfangsunterricht auf dem Plan, wo den Schülern in der Regel die entsprechende Fremdsprachenkenntnisse fehlen. Eventuell lassen sich die Modell zur Veranschaulichung und Erklärung im Unterricht einsetzen. Die Art der Aufbereitung richtet sich eher an ein interessiertes Erwachsenenpublikum denn an Jugendliche und ist für den Geschichtsunterricht meines Erachtens kaum geeignet. Für Geschichtslehrer und alle anderen Interessierten lohnt sich der Blick auf die Seiten allemal.