Nationsbildung und Nationalismus – eine Werbeanzeige als Einstieg

Werbung bedient sich oft historischer Bezüge. Am Wochenende habe ich unten stehende Anzeige in der Londoner Tube entdeckt. Der Werbespruch lässt einen zunächst stutzen und setzt im Idealfall einen Denkprozess in Gang: Wie kann das sein? Ist das möglich? Seit wann gibt es eigentlich Belgien? Damit könnte die Anzeige als Einstieg in das (schwierige) Thema von Nationsbildung und Nationalismus dienen, um eigene Recherchen der Lernenden anzustoßen.

Die Geschichte Belgiens mit der Nichtexistenz eines belgischen Staates vor 1831 und der besonderen Situation von zunächst zwei, später drei Sprachgruppen als eine Nation, die durch einen regionalen Nationalismus Flanderns heute wieder in Frage gestellt wird, bietet sich zum besseren Verständnis des Charakters von Nationen als historischen Konstrukten im allgemeinen sowie damit auch als Vergleichsfolie des deutschen Nations- und Staatsbildungsprozesses im besonderen an.

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4 Gedanken zu „Nationsbildung und Nationalismus – eine Werbeanzeige als Einstieg

    • Danke, danke, aber nun übertreib es mal nicht mit der Lobhudelei 😉 Ich würde sagen: ein netter Zufallsfund – wobei grundsätzlich solche Zeugnisse der alltäglichen Geschichtskultur oft mehr als einen guten Einstieg bzw. Impuls hergeben, nur vermutlich in der Praxis (noch) viel zu wenig genutzt werden.

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      • Ich lobhudele eigentlich nie, im Gegenteil, weißt du doch 😉
        Und das Geniale besteht ja häufig darin, die (Lern-) Gelegenheit in einem Zufallsfund überhaupt zu erkennen (und dann natürlich zu „verwandeln“, wie es wohl im Fußball heißt). Nur das ist Serendipity. Und gelungene Einstiege bestimmen manchmal über das ganze Unterrichtsvorhaben – nämlich, ob die SuS überhaupt auf das Thema abfahren.

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      • Stimmt, du hast dich ja auch an anderer Stelle hier im Blog schon kritisch geäußert. Letztendlich ist die „Blogosphäre“ genau dafür da. Und zumindest mir gibt das Impulse und Gelegenheit weiterzudenken und das eigene Denken und Tun kritisch zu reflektieren statt nur im Süppchen des eigenen Unterricht zu kochen. Es ist letztendlich die Kritik, die einen weiterbringt, aber natürlich freue ich mich auch über positive Rückmeldungen 🙂

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