Das Alte Ägypten in Schulbuch und Unterricht

Der Beitrag von Burkhard Backes und mir ist gerade auf Edumeres erschienen und dort als PDF downloadbar. Mit dem Artikel, der auf eine Diskussion hier im Blog zurückgeht, wollen wir auf Probleme aufmerksam machen, die wir in diesem Bereich aus unseren unterschiedlichen Perspektiven als Fachwissenschaftler bzw. Geschichtslehrer wahrnehmen. Wir sehen den Text als (hoffentlich anregenden) Diskussionsbeitrag und denken, dass eine weitere Diskussion, die die verschiedenen beteiligten Gruppen (Lehrer, Didaktiker, Ägyptologen und Schulbuchverlage) zusammenführt, wünschenswert notwendig ist. Wer mag, kann gerne die Kommentarfunktion des Blogs hier nutzen. Wir freuen uns über ergänzende Beobachtungen, Erfahrungen und (kritische) Rückmeldungen.

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5 Gedanken zu „Das Alte Ägypten in Schulbuch und Unterricht

  1. Vielen Dank für den erhellenden Beitrag. Er hat mich mal wieder auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Mir war nicht bewusst, dass es dermaßen von Falschdarstellungen in den Geschichtsbüchern wimmelt. Und damit komme ich auch erstmal zu ihrer abschließenden Feststellung: „Zum Schluss sei auf einen rein praktischen Aspekt hingewiesen. Schulbücher werden letzten Endes von Verlagen „gemacht“ […]“
    Es ist meiner Ansicht nach eine Frechheit, dass Schulbuchverlage sich nicht in der Vernatwortung sehen, korrekt zu recherchieren. Warum werden beim Verfassen eines Schulbuchs keine wissenschaftlichen Maßstäbe angesetzt? Wozu brauchen wir dann überhaupt ein Schulbuch, wenn ich mir als Lehrer ebenso gut (flasche) Fakten anlesen kann, um sie dann an meine Schüler weiter zu geben?

    Das meiner Meinung nach in dem Artikel nicht aufgegriffene Hauptproblem ist aber ein anderes:
    In dem Beitrag steht: „Eine Ursache für diesen Missstand könnte sein, dass die Geschichte der Antike auch von den Lehrplanmachern und Schulbuchautoren oft als „einfacher“ angenommen und dargestellt wird als die der Neuzeit.“

    Der Fehler der Lehrplanmacher ist die Auffassung, dass Geschichte auf Biegen und Brechen chronologisch abgehandelt werden muss. Schluss. Punkt. Aus.
    Allein durch diese Tatsache landet das Thema Ägypten immer im 5. Schuljahr. Und es wird immer (wie auch die Griechen, Römer und Germanen) als Teil eines ersten (oft spielerischen) Zugangs zur Geschichte begriffen und daher ob bewusst oder unbewusst auch von Lehrern nicht so ernst genommen. Da werden Hieroglyphen zu Rätseln und Mumien verschaffen einen Gruselfaktor – ebenso wie später die Gladiatorenkämpfe und Ritterturniere.

    Und da kommen dann aber auch wieder die Fachwissenschaftler und die Didaktiker ins Spiel: Warum ist Ägypten ein Thema im Schulunterricht (obwohl dieses Gebiet selbst an der Uni ein Schattendasein fristet)? Welchen Zweck soll also die Behandlung des Themas haben? Es kann nicht die Wissensvermittlung sein, denn was werden die Schüler am Ende Ihrer Schulzeit (nach 5 bis 8 Jahren) überhaupt noch inhaltlich über Ägypten wissen? Geht es nur um Vollständigkeit einer unsinnigen chronologischen Abhandlung? Dient Ägypten nur als Beispiel für eine frühe Hochkultur (und warum kann dann nicht ebenso das alte China behandelt werden?).

    Ich werde jedenfalls das nächste Mal, wenn ich das Thema unterrichte, zum einen versuchen das eingesetzte Schulbuch kritisch zu prüfen, und zum anderen werde ich mal vorab etwas mehr reflektieren, was ich und meine Schüler eigentlich von der Behandlung des Themas erwarten dürfen/können/sollten.

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  2. Pingback: Herr Schwarzmüller sagt… etwas zu Ägypten im Geschichtsunterricht | gleich8

  3. Sehr interessanter Artikel. Das Rätsel mag sich lösen, wenn man sich anschaut, wen die Schulbuchverlage meist mit der Erstellung von Content für Schulbücher jedweder Art beauftragen – zu einem nicht unerheblichen Teil sind das: Lehrer.

    Ich setze aus ähnlichen Gründen so gut wie kein Chemiebuch mehr ein…

    Gruß,

    Maik

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    • Das ist natürlich richtig: Wir Lehrer meinen ja auch immer, bessere Schulbücher machen zu können als das, was gerade an der eigenen Schule eingeführt ist…

      Aus diesem Grund meide ich auch weitgehend Schulbücher, wenn ich der Meinung bin besseres Material zur Hand zu haben. Schade nur, dass wir als Lehrer offiziell nicht die Freiheit haben, über den (Nicht-)Einsatz eines Buches zu entscheiden. Da bleibt nur die Sensibilisierung der Fachkollegen und vielleicht irgendwann der mutige Schritt zum Unterricht ohne Buch.

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