Bismarck als Vorläufer von Wikileaks?

Die Geschichte der Emser Depesche braucht hier nicht wiederholt zu werden. Die Frage ist, ob der Vergleich zieht. Zugegebenermaßen stammt er nicht von mir. Ich hab ihn zufällig auf einer Autofahrt im Deutschlandradio vor zwei Tagen im Radio gehört. Der Interviewpartner, wobei ich leider vergessen habe, wer das war, hat den Vergleichsversuchs des Moderators rundherum abgelehnt und zurückgewiesen. Das finde ich eigentlich schade, weil m.E. in dem Vergleich durchaus ein Erkenntis- und durch den Aktualitätsbezug zur Zeit auch hohes Motivationspotential steckt.

Natürlich sind die Veröffentlichungen der Emser Depesche und Wikileaks nicht dasselbe, aber sie bieten im Geschichtsunterricht die Chance für einen interessanten Einstieg oder möglichen Transfer am Ende der Unterrichtseinheit. Im Vergleich können Unterschiede (bewusste Veränderung durch Bismarck als Vertreter eines beteiligten Staates, Bedeutung der unterschiedlichen Medien) und Ähnlichkeiten (Veröffentlichung von vertraulichen bzw. geheimen Dokumenten) herausgearbeitet werden, um daran die Bedeutung von diplomatischer Kommunikation, der Kategorien geheim vs. öffentlich sowie mögliche Folgen  solcher Veröffentlichungen zu erörtern. Alternativ oder erweiternd lassen sich auch andere Fälle, wie z.B. die der Pentagon-Papiere zum Vietnam-Krieg, miteinbeziehen.

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2 Gedanken zu „Bismarck als Vorläufer von Wikileaks?

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