Schwangerschaft und Geburt im KZ

Ein Thema, das vielleicht zunächst unwirklich, unwahrscheinlich und vielleicht auch randständig scheint, zeigt eine Sonderausstellung in der KZ-Gedenkstätte Dachau: Sieben Jüdinnen brachten zwischen Dezember 1944 und Februar 1945 Kinder zur Welt, die überlebten. Der Titel als Zitat ist gut gewählt: „Sie gaben uns wieder Hoffnung“.  Der schmale, ansprechend gestaltete Ausstellungskatalog lässt nach einer präzisen Einordnung vor allem die Frauen bzw. ihre Kinder, heute selbst im Rentenalter, sprechen. Aufgrund der Unterstützung durch die Familien bietet der Katalog zahlreiche Abbildungen, die, was ich gut finde, die Menschen nicht nur als Opfer, sondern als Zeitgenossen im Rahmen ihrer Familien zeigen (können).

Die Geschichten der sieben Frauen und ihrer Kinder erzählen von Hoffnung, Überlebenswillen und von Solidarität, aber auch von den Problemen nach der Befreiung. Für den Schulunterricht scheinen Ausstellung und Material nur bedingt geeignet. Die in der Ausstellung beleuchteten Schicksale zeigen nicht das Exemplarische, sondern einen in jecder Hinsicht außergewöhnlichen Sonderfall, da schwangere Frauen und ihre Kinder in der Regel ermordet wurden. Gerade aber der Ausnahmecharakter ihres Überlebens, ihre individuellen Erfahrungen und Erzählungen lassen das möderische System der Konzentrationslager umso deutlicher hervortreten und treffen somit den Kern einer didaktischen Beschäftigung mit dem Thema und seiner Vermittlung.

Die Sonderausstellung wurde verlängert und ist noch bis zum Mai 2011 zu sehen.

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