Schreckliche Geschichten – Horrible histories

Die Bücher gibt es ja auch in deutscher Übersetzung. Die BBC hat sich an die Verfilmung gemacht. Ich hatte nicht gedacht, dass das geht. Gerade eben habe ich den Youtube-Kanal mit zahlreichen Ausschnitten aus der Serie entdeckt. Great fun! Wer die Bücher und englischen Humor mag, wird die Serie lieben. Eine ebenso witzige wie gelungene Umsetzung der Horrible History Bücher. Als Appetithäppchen aus den Gorgeous Georgians: die 4 Georges als Boyband mit „Born2rule“ (man achte auf den deutschen Akzent des ersten George ;)).

Yes, it is true, these books were even translated into German. The BBC has made an adaptation for the telly (which has not been on TV in Germany,  has it?). I had not thought it would work. Just now I have dicovered the youtube channel with numerous extracts of the series. Great fun! Who likes the books and the English sense of humor, will love the series. An equally witty and successful adaptation of the Horrible History books. As an appetizer from the Gorgeous Georgians: the 4 Georges with „Born2rule“ (mind the German accent ;))

Rezension: Hörbuch Spectaculum Mundi Medievalis

Das vorliegende Hörbuch stammt aus dem Verlag Berliner Hörspiele. Das Buch ist geschrieben und gelesen von Stephan Warnatsch, der als Lehrer in Berlin an einer Gesamtschule sowie als Lehrbeauftragter am Institut für Geschichte an der TU Berlin tätig ist.

Warnatsch trägt seinen Text mit viel Engagement vor und man gewinnt den Eindruck, dass ihm die mittelalterliche Geschichte ein Herzensanliegen ist. In insgesamt 217 Minuten schlägt Warnatsch auf drei CDs einen großen Bogen von dem Quellenzugang zur mittelalterlichen Geschichte, über den Lebenslauf der Menschen, ihre Lebenswelt in Städten und auf dem Land bis hin zu Reisen, Festen und Fragen der Moral und Religion.

Das Buch ist hörenswert inszeniert und besticht vor allem durch die reiche Auswahl an interessanten Quellen, die von unterschiedlichen Sprechern vorgetragen werden. Gerade die vorgetragenen Quellen lassen sich hervorragend in den Unterricht integrieren. Zum einen weil sie ein weites Panorama der mittelalterlichen Welt eröffnen, zum anderen weil das Zuhören auf diese Weise nur selten vorkommt. Die Schüler in der Regel Quellentexte selbst laut vortragen oder leise erarbeiten. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass bei der Erfassung von Geschichtsstunden festgestellt wurde, dass sehr viel Zeit mit dem lauten Vorlesen von Texten im Unterricht zugebracht würde. Für ein Fach, dass sich als erarbeitend und problemorientiert versteht in der Tat ein erstaunlicher Befund. Auf jeden Fall scheint mir die Kombination von schriftlicher vorliegendem (oder anschließend reingereichtem) Quellentext und dessen professionellem Vortrag von CD eine kleine nette methodische Abwechslung für den Unterrichtsalltag.

Zum Teil scheint der Vortragsduktus beim Verfassertext von Warnatsch etwas schnell und überhastet und die an einigen Stellen etwas akademisch ironische Ausdrucksweise macht das Hörbuch in längeren Passagen selbst für den Unterricht in der Oberstufe schwierig. Text und Vortrag leben von der Lebendigkeit und den Kommentaren des Autors. Undifferenzierte Seitenhiebe wie die Andeutung, der Islam sei im Mittelalter verharrt, sind vollkommen unnötig und wären besser unterblieben. Ansonsten aber ingesamt ein Hörbuch, das Freude und Lust aufs ein sehr vielfältiges Mittelalter macht, das uns hier in seiner zeitgleichen Nähe und Fremdheit präsentiert wird.

Das Hörbuch kann auf den Seiten des Verlags in Auszügen angehört und als CD für 12,99€ bestellt werden.



Analyse von Schulgeschichtsbüchern

Eine hilfreiche Übersicht, z.B. für Fachschaften, die gerade vor der Entscheidung über die Einführung eines Geschichtsbuches stehen, findet sich hier auf den Seiten der Uni Münster als PDF-Dokument. Das Material entstammt dem Arbeitskreis Geschichte am Zentrum für Lehrerbildung der Uni. Das Schema orientiert sich im Wesentlichen an mehreren Aufsätzen von von Borries, ist in der Begrifflichkeit vergleichsweise komplex, aber mit den Leitfragen eine gute Grundlage für die Durchsicht der zu Auswahl stehenden Bücher.

Zu einer Idee für Schulbuchanalyse gemeinsam mit Schülern im Unterricht siehe hier.

Neanderthal 2.0

Nun sind auch die Neanderthaler im Web 2.0 angekommen: Das Museum bloggt und twittert (und ist auf facebook, und flickr, ein Rundumschlag unter dem Schlagwort neanderweb). Der Blog bietet einen knappen und gut verständlichen Einblick in Forschung und Museumsarbeit.

Die Internetseite des Museums gibt alle üblichen und notwendigen Informationen für einen möglichen Museumsbesuch bereit, hat darüber hinaus aber auch Anregungen und Materialien für den Unterricht zum Download. Wer gerade mit dem chronologischen Durchgang im neuen Schuljahr beginnt, sollte auf jeden Fall mal einen Blick auf die Seiten werfen!

My history network

Neues Schuljahr, neue Kurse, neue Schüler: Wer Lust hat, kann sich und seine Schüler bei My History Network anmelden, eine Austausch- und Lernumgebung für (Oberstufen-) Schüler aus der ganzen Welt über Geschichtsthemen. Nachdem ning nicht mehr kostenfrei ist, hat David Hilton, der die Initiative ins Leben gerufen hat, zusammen mit seiner Schule, dem Sheldon College in der Nähe von Brisbane, Australien, die Finanzierung gesichert, so dass das Netzwerk weiter bestehen und wachsen kann.

New school year, new courses, new students: Register you and your students in My History Network, an exchange and learning environment for (advanced level) students from around the world on issues of history. After ning is not anymore free of charge, David Hilton, who launched the initiativee, along with his school, the Sheldon College, near Brisbane, Australia, secured the funding, so the network can exist and grow.

Asterix und die Heeresreform des Marius

Aktuelle McDonald's Werbung in Frankreich

Was McDonald’s in Frankreich recht ist, kann dem Geschichtsuntericht nur billig sein: Das Material entstammt einer meiner benoteten Lehrproben, hat sich aber auch über das Referendariat hinaus im Einsatz bewährt. Die Grundidee besteht darin, die Heeresreform des Marius mit Hilfe von Bildern aus dem Band „Asterix als Legionär“ zu illustrieren. Im Comic gibt es ausreichend Bilder, die die meisten Teile der Reform abbilden, auch wenn die Geschichte vollständig fiktiv und gut 150 Jahre später angesiedelt ist. Der Ablauf der Stunde findet sich hier zum Download. Ich habe die Bilder nur zu Illustration eingesetzt, denkbar ist aber natürlich, auch grad aufgrund des Bekanntheitsgrades von Asterix und Obelix eine Anschlussstunde mit der Frage nach dem Verhältnis von Comic und Geschichte. Wer das speziell für Asterix und Obelix nachlesen will, dem sei das Buch von René van Royen und Sunnya van der Vegt, Asterix. Die ganze Wahrheit (München 1998) empfohlen.

Die Textmaterialien und Arbeitsblätter habe ich zum Download in einem Dokument gebündelt. Die Bilder muss sich jeder selbst aus dem Asterix-Band raussuchen und zusammenstellen, da die hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht eingestellt werden können. Kritisiert wurde damals in der Lehrprobe übrigens der zu hohe Aufwand mit Farbkopien (Kurzbeschreibung der methodischen Planung). Angesichts von Scannern und Farbkopieren in vermutet jedem häuslichen Lehrerarbeitszimmer fand und finde ich den Aufwand von 5-6 Farbkopien (je 1 pro arbeitsgleicher Gruppe), die anschließend längere Zeit als schön gestaltete Plakate im Klassenraum hängen als Ausnahme durchaus gerechtfertigt.

Dommedag Als

Das war Dänisch. Keine Ahnung, was das heißt, und auch der Übersetzer von Google hilft nicht wirklich weiter.  Es ist auf jeden Fall der Titel des neuen Buches des Historikers Tom Buk-Swienty, das es auf die Titelseiten der dänischen Zeitungen geschafft hat. Die „Enthüllungen“ werden heiß diskutiert und als wissenschaftliche Sensation gehandelt. Das sind sie sicher nicht. Interessant ist es trotzdem. Buk-Swienty hatte als erster Zugang zum Privatarchiv des dänischen Königs Christian IX. (1863-1909), wo er Dokumente gefunden, die belegen, dass der König auf eigene Initiative nach dem verlorenen Deutsch-Dänischen Krieg mehrfach versucht hat, in direktem Kontakt mit Bismarck und dem preußischen König Dänemark in den Deutschen Bund aufnehmen zu lassen. Dafür hat er auch die Vermittlung des belgischen Königs gesucht. Allerdings war dies nicht im Interesse Preußens und wurde deshalb nicht weiter verfolgt. Presseberichte finden sich heute u.a. in der Süddeutschen Zeitung, im Hamburger Abendblatt. Aus geschichtskultureller Perspektive besonders interessant ist die Darstellung in der deutschsprachigen Tageszeitung in Dänemark, dem „Nordschleswiger“, der dem Thema neben einem ausführlichen Bericht noch einen Leitartikel widmet.

Für die Wikipedia-Forscher interessant: Seit 11:06 Uhr heute morgen sind die Informationen schon in den Artikel über Christian IX. eingearbeitet.