Einsatz von Computer und Internet im Geschichtsunterricht

Hilke Günther-Arndt schreibt: „Solange ein erheblicher Teil der kognitiven Kapazität durch die Bedienung der Programme absorbiert wird, bleibt der didaktische Nutzen der Computer ambivalent: Zwar wird das Lernziel ‚Mit den neuen Medien umgehen‘ erreicht, aber bei den Fachzielen müssen teilweise noch Abstriche hingenommen werden. Erst wenn sich die Alternative ‚Bedienkompetenz‘ versus ‚historische Kompetenz‘ nicht mehr stellt, wird der Computer ein selbstverständlicher Bestandteil für guten Geschichtsunterricht werden.“ (aus: Geschichtsdidaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II, 2003, S. 219.)

Gilt diese Aussage auch noch 2010? Bieten Programme und digitale Werkzeuge vielleicht nicht doch auch trotz eventueller Einarbeitung einen ‚Mehrwert“ für historisches Lernen?

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3 Gedanken zu „Einsatz von Computer und Internet im Geschichtsunterricht

  1. Das Einarbeiten in bestimmte Programme oder digitale Werkzeuge wie z.B. Wiki, nimmt heutzutage nur noch so wenig Zeit in anspruch, dass der gewünschte Nutzen des einzelnen digitalen Werkzeuges bei weitem höher ist.
    Im Jahre 2010 sind die meisten Menschen so weit mit dem Medium Internet vertraut, dass die Bedienung eines neuen Programmes kein Hinderniss mehr darstellt, wie es evtl. noch vor einigen Jahren der Fall war.

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  2. Ich finde es manchmal schwierig, überhaupt den Überblick zu erhalten und kann nicht einschätzen inwieweit mittlerweile „Alternative Bedienkompetenz versus historische Kompetenz“ miteinander korrelieren. Bestimmt sind innerhalb der letzten sieben Jahre große Entwicklungen von statten gegangen, doch als aktiver Internetnutzer beschleicht mich immer noch das Gefühl immer irgendwie einen Schritt hinterherzuhängen. Die Welt dreht sich weiter und mit ihr die Erfindungen, Anwendungen und Weiterentwicklungen.

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  3. Ich denke, dass sich in Punkte „Bedienkompetenz“ inzwischen ganz andere Schwierigkeiten stellen als noch 2003. Vor sieben Jahren musste man als lediglich passiver Nutzer „nur“ lernen, wie man beispielsweise die Hardware und im Internet Suchmaschinen oder bestimmte Computerprogramme bedient – in Zeiten von Web 2.0 ist aber eine völlig neue „Bedienkompetenz“ nötig, was eventuell auch zu dem Gefühl führt, „hinterherzuhängen“. Nun ist man plötzlich selbst aktiver User und Autor, kommentiert, verlinkt etc.

    Ich bin jedoch der Meinung, dass es nach einer Einarbeitung in dieser Erfordernisse auf jeden Fall einen „Mehrwert“ für das historische Lernen geben kann, denn durch die digitalen Medien haben Schüler die Chance, sich nicht nur „totes“ Wissen anzueignen, sondern selbst Geschichte zu erzählen, sich mit anderen Positionen auseinanderzusetzen, diese zu hinterfragen und eigene Perspektiven bzw. Argumente zu entwickeln. Für einen kompetenzorientierten Geschichtsunterricht bietet das Web 2.0 daher in meinen Augen vielfältige Möglichkeiten.

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