Geschichtsblogs und Kommentarkultur

Nachdem Klaus Graf auf archivalia einen Überblick über die bestehenden Geschichtsblogs gegeben hat auf Grundlage der „Weblogs des Monats“ bei histnet.ch, wo Jan Hodel diese Übersicht kommentiert und die m.E. reizvolle Idee eines realen Treffens von Geschichtsbloggern weitergetragen hat, folgt hier der Hinweis auf den bei Twitter unter dem Hashtag #Schulmeister diskutierten Artikel zur Kommentarkultur in Weblogs, der auch einen kurzen Abschnitt zu Geschichtsblogs im Speziellen beinhaltet. Der ganze Artikel ist als Vorabveröffentlichung zur Festschrift für Stefan Aufenanger hier als pdf runterladbar.

Interessant ist die Studie allemale zu lesen, z.B.  im Hinblick auf Wandel und Konstanz der Geschichtsblogosphäre anhand der dort aufgelisteten Blogs oder in bezug auf die Vernetzung und Diskussion von Themen. Es sind nicht nur Kommentare, die die Kommunikationskultur der Blogosphäre ausmachen, sondern in hohem Maße auch die Artikel selbst mit ihrer gegenseitigen Bezugnahme. Darüber hinaus kann ich dem Kommentar von Michael Kerres zustimmen, der darauf hinweist, dass Bezugnahmen innerhalb von Blogs mit „Zitierungen in wiss. Arbeiten […] zu vergleichen“ und Blogs mit „bestehenden Kommunikationswegen vernetzt“ sind.

Klaus Graf hatte an anderer Stelle schon einmal die mangelnde Vernetzung der deutschen Geschichtsblogs beklagt. Vielleicht ließe sich dem in der Tat durch ein Treffen abhelfen. Die Verbindung der Blogs mit anderen „Kommunikationswegen“, wie sie von Michael Kerres und Rolf Schulmeister für die Edu-Blogosphäre beschrieben werden, auffällig fand ich bei beiden die Betonung gerade der persönlichen, realen Kontakte zwischen den Bloggern, scheint mir da eine ausrichtsreiche Möglichkeit, auch die Geschichtsblogs stärker zu vernetzen.