Archivale des Monats: September 1939

Hinter der schlichten Fassade verstecken sich wahre Juwelen: Das Geschichtsportal des Landes Rheinland-Pfalzes bietet in Zusammenarbeit mit dem Landeshauptarchiv Koblenz und dem Landesarchiv Speyer jeden Monat ein in exzellenter Auflösung digitalisiertes und kommentiertes Fundstück aus den Archiven an. Die Dokumente werden zum Download im pdf-Format zur Verfügung gestellt. Bei älteren handschriftlichen Quellen sind auch Transkripte beigefügt.

Die Quellen sind für den Unterricht aufbereitet und können sowohl in einer Vertretungsstunde als auch im regulären Unterricht eingesetzt werden und den regionalen Bezug stärken. Die älteren Fundstücke bleiben alle online, so dass bereits ein kleine Sammlung zu verschiedenen Themen wie den Hexenprozessen, dem Pfälzischen Aufstand von 1849 oder einer Schulspeisung in Koblenz 1949 bereit stehen. Langfristig soll hier eine Datenbank mit für den Unterricht aufbereiteten Quellen zur regionalen Geschichte des heutigen Rheinland-Pfalz entstehen.

Für diesen Monat ist nun ein Werbe-Plakat für die SS vom September 1939 online gestellt worden. Die Unterlagen aus dem Landesarchiv Speyer zeigen das Bemühen, bei Kriegsbeginn Freiwillige für die SS-Verfügungstruppen, – Totenkopfverbände und die Polizei anzuwerben. Interessant sind die ersten Rückmeldungen der Bürgermeister aus dem Bezirk Kusel zu dieser Werbeaktion, die nicht einen einzigen Freiwilligen melden konnten.

Zeitleisten im Unterricht: Beispiel Genozid Ruanda

Als gelungenes Beispiel sei hier auf eine französischsprachige Zeitleiste zum Genozid in Ruanda verwiesen. Die Zeitleiste deckt den Zeitraum zwischen 1990 und 2005 ab und führt die wichtigsten Etappen und Gruppen des Konflikts inklusive der unmittelbaren Vorgeschichte und den bisher erfolgten Gerichtsprozessen auf. Die Zeitleiste ist übersichtlich gegliedert und lässt sich gut im Unterricht zur Orientierung einsetzen. Eine deutschsprachige Chronologie des Völkermords findet sich auf den auch ansonsten sehr informativen Seiten von Arte zum Thema, die im April zum 15. Jahrestag einen Themenschwerpunkt angeboten haben.

Mit der Anwendung ligne du temps lassen sich zur Zeit auf Französisch, demnächst auch in einer englischen Version eigene Zeitleisten erstellen. Auf Englisch bietet sich zur Zeit xtimeline als Alternative an. Die Arbeit mit dieser Anwendung hat Alexander König auf lehrer-online kurz dargestellt. Einige didaktische Überlegungen allgemein zum Einsatz von Zeitleisten im Unterricht bieten die auch ansonsten sehr lesenswerten Seiten der Arbeitsgruppe Geschichte des Luxemburgischen Unterrichtsministeriums (histoprim).

Eine deutschsprachige Anwendung zur Erstellung von Zeitleisten habe ich noch nicht entdeckt. Wäre aber für den Unterricht in den meisten Klassen hilfreich. Für entsprechende Hinweise wäre ich dankbar.

70 Jahre: Hitler-Stalin-Pakt

eurotopics hat Kommentare aus verschiedenen europäischen Zeitungen zum Thema zusammengefasst. Die Presseschau ist auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Polnisch verfügbar. Neben dem aktuellen Material auch für den bilingualen Unterricht ist die unterschiedliche Benennung des Paktes in den verschiedenen Sprachen. interessant In stärkeren Klassen können die Notionen, die mit den Benennungen mitschwingen, diskutiert werden. Neben Hitler-Stalin-Pakt im Deutschen, Englischen und Spanischen, spricht man in Polen (wie teilweise im Deutschen auch) vom Ribbentrop-Molotow-Pakt, im Französischen eher vom pacte germano-soviétique. Das deutsche Wikipedia verzeichnet den Pakt übrigens als „Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt“.

Twitter für den Geschichtsunterricht

Interessante Links und Hinweise auf Materialien, Internetwerkzeuge u.a. für den Geschichtsunterricht vor allem aus dem anglo-amerikanischen Raum finden sich auf Twitter unter dem Hashtag #historyteacher

Außerdem gibt es hier eine Liste mit „100“ englischsprachigen Twitter Feeds zum Thema Geschichte und Geschichtsunterricht.

Etwas allgemeiner eine Liste mit Twitterern rund um das Thema Bildung, in twitter auch zu finden als Hashtag #Bildungstwitterer.

Suchen im Internet ohne Google

Auf dem Blog „Eine Woche ohne“ (Google) findet sich eine lange Liste mit alternativen Suchmöglichkeiten. Es lohnt, je nach Bedarf unterschiedliche Suchstrategien anzuwenden.

Siehe dazu auch den aktuellen Eintrag auf Blog4Search. Der Blog bietet auch sonst auch viele weitere Hinweise und Tipps zum Suchen und Recherchieren im Internet.

11. Forum Medienkompetenz in Koblenz

Jugend 2.0 – Leben in der Medienwelt: gamen, twittern, simsen, bloggen, skypen …

Das 11. Forum Medienkompetenz bietet aktuelle Informationen zum Thema, Angebote und Hinweise zu medienpädagogischen Projekten für Eltern, Lehrkräfte und alle Interessierten. Mehrere Präsentationen von Teilbereichen des Landesprogramms Medienkompetenz macht Schule (MmS):

Universität Koblenz

Mittwoch, 16. September 2009
17.00 Uhr – 20.00 Uhr

Campus Koblenz, Universitätsstraße 1, 56070 Koblenz, Gebäude D (Mensa)

Programm und Anmeldung hier.